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Stand: 28.09.2026 · Version 2
Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.
Fieber & Infekte
Was hilft meinem Kind bei einer Erkältung, und was nicht?
Gegen die Erkältungsviren selbst gibt es kein Mittel, der Infekt geht mit oder ohne Behandlung meist nach sieben bis zehn Tagen vorbei; Trinken, Ruhe, feuchte Raumluft und Kochsalztropfen für die Nase können die Beschwerden lindern. Für Antibiotika, Antihistaminika, abschwellende Mittel, Echinacea und Homöopathie ist bei Kindern kein Nutzen belegt, und Mittel mit ätherischen Ölen schaden kleinen Kindern.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.
Was nachweislich hilft
Zuerst das Grundsätzliche.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt: „Ein Medikament gegen die auslösenden Viren gibt es nicht. Deshalb braucht ein solcher Infekt – mit oder ohne Behandlung – meist sieben bis zehn Tage, bis er wieder vorübergeht.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Als Grundregeln nennt dieselbe Seite: „Ruhe und Schlaf fördern die Genesung.“ Dazu soll dein Kind viel trinken, damit sich der Schleim besser löst; wenn es fiebert, ist das Trinken besonders wichtig, um einer Austrocknung vorzubeugen.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
„Versuchen Sie, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen. Dies können Sie zum Beispiel, indem Sie feuchte Wäsche im Zimmer aufhängen oder feuchte Tücher auf die Heizung legen.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Für die verstopfte Nase nennt das Bundesinstitut Salzwasser: „Zum Abschwellen der Nasenschleimhäute können Sie eine Kochsalzlösung (1 Gramm Speisesalz in 100 Milliliter Wasser auflösen) als Nasentropfen verwenden.“ Eine verstopfte Nase kannst du außerdem vorsichtig mit einem gedrehten Papiertaschentuch reinigen, ohne die Absonderungen hochzuschieben.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Für diese Ratschläge nennt die Seite keine Studien. Als Quellen führt sie eine Seite des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen und zwei Ratgeber des Robert Koch-Instituts an.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Für Salzwasser in der Nase gibt es zusätzlich eine Auswertung von Studien.
Eine systematische Übersicht von 2020 fand vier randomisierte Studien mit 569 Kindern zwischen drei Monaten und zwölf Jahren. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung besserten einige Nasenbeschwerden, nicht aber die Atembeschwerden oder den allgemeinen Gesundheitszustand; die Behandlung erschien sicher, und die Autorinnen und Autoren halten weitere Forschung für nötig.
Quellen: Paediatric Respiratory Reviews 2020
Wann und womit du Fieber oder Schmerzen bei deinem Kind senkst, steht in der Antwort „Wann und womit soll ich Fieber bei meinem Baby senken?“. Ob Honig gegen den Husten hilft, steht in „Hilft Honig gegen Husten, und ab wann darf mein Baby Honig bekommen?“, und was sonst beim Husten hilft, in der Antwort zum Husten.
Was nicht hilft
Zu vielen frei verkäuflichen Mitteln gibt es systematische Übersichten. Alle Übersichten in diesem Abschnitt sind nur in ihrer Zusammenfassung geprüft.
Das Bundesinstitut schreibt: „In Drogerien und Apotheken gibt es zahlreiche frei verkäufliche Präparate gegen Erkältungen und deren Symptome, deren Wirksamkeit aber nicht immer nachgewiesen ist.“ Es rät, sich auch hier ärztlich beraten zu lassen.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
„Kinderärzte und Kinderärztinnen empfehlen für den Fall einer medikamentösen Behandlung, auf Kombinationspräparate besser zu verzichten.“ Stattdessen sollte gegebenenfalls das Hauptsymptom, also Schnupfen oder Husten, mit einem speziell dafür geeigneten Mittel behandelt werden.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Eine Cochrane-Übersicht von 2022 zu Kombinationen aus Antihistaminikum, abschwellendem Mittel und Schmerzmittel fand 30 Studien, überwiegend mit Erwachsenen. Sie sieht einen gewissen allgemeinen Nutzen bei Erwachsenen und älteren Kindern, der gegen die Nebenwirkungen abzuwägen ist, und keinen Beleg für eine Wirksamkeit bei kleinen Kindern.
Nach einer Cochrane-Übersicht gibt es keinen Beleg für einen Nutzen von Antibiotika bei einer Erkältung, auch nicht bei eitrigem, also gelblich-grünem Schnupfen, weder bei Kindern noch bei Erwachsenen. Bei eitrigem Schnupfen verursachten Antibiotika in allen Altersgruppen deutlich mehr Nebenwirkungen.
Eine Cochrane-Übersicht von 2015 zu Antihistaminika, also Mitteln gegen Allergien, bei Erkältung schloss 18 Studien mit 4.342 Teilnehmenden ein, davon 212 Kinder. Nur zwei Studien untersuchten Kinder, mit widersprüchlichen Ergebnissen; die Autorinnen und Autoren fanden keinen Beleg für eine Wirksamkeit bei Kindern.
Eine Cochrane-Übersicht von 2016 zu abschwellenden Mitteln fand 15 Studien, von denen 14 nur Erwachsene einschlossen. Bei Erwachsenen bessern mehrere Gaben das Gefühl der verstopften Nase möglicherweise ein wenig, bei geringer Vertrauenswürdigkeit der Daten; Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern sind nach den Autorinnen und Autoren noch nicht geklärt.
Eine Cochrane-Übersicht von 2013 zu Vitamin C fand, dass eine regelmäßige Einnahme die Zahl der Erkältungen in der Allgemeinbevölkerung nicht senkt; eine routinemäßige Einnahme halten die Autoren deshalb nicht für gerechtfertigt. In den wenigen Studien, in denen Vitamin C erst nach Beginn der Erkältung gegeben wurde, zeigte sich keine einheitliche Wirkung auf Dauer oder Schwere.
Wer schon vorher regelmäßig Vitamin C einnahm, hatte in derselben Übersicht kürzere Erkältungen, bei Kindern um 14 Prozent.
Eine Cochrane-Übersicht von 2024 zu Zink fand 34 Studien, 12 davon mit Kindern. Vorbeugend macht Zink möglicherweise wenig oder keinen Unterschied; als Behandlung verkürzt es die Erkältung möglicherweise, bei geringer Vertrauenswürdigkeit der Daten, und führt wahrscheinlich häufiger zu leichteren Nebenwirkungen. Das Abstract weist die Ergebnisse für Kinder nicht getrennt aus.
Nach einer Cochrane-Übersicht von 2014 mit 24 Studien ist für Echinacea-Präparate kein Nutzen bei der Behandlung von Erkältungen gezeigt. Ein schwacher Nutzen einzelner Produkte ist nach den Autorinnen und Autoren möglich, seine Bedeutung für Betroffene aber fraglich.
Eine Cochrane-Übersicht von 2022 fand elf randomisierte Studien mit 1.813 Kindern zu homöopathischen Mitteln bei Atemwegsinfekten. Sie fand keinen Beleg für eine Wirksamkeit; alle Studien mit niedrigem Verzerrungsrisiko zeigten keinen Nutzen, und über die Sicherheit ließ sich wegen schlechter Berichterstattung nichts sagen.
Für warme, befeuchtete Luft aus einem Gerät zeigt eine Cochrane-Übersicht von 2017 mit sechs Studien und 387 Teilnehmenden weder Nutzen noch Schaden bei Erkältung; die Vertrauenswürdigkeit der Daten ist gering. Das Abstract beschreibt nur Luft aus einem Gerät; Dampfinhalation über einer Schüssel kommt darin nicht vor.
Das Bundesinstitut nennt Dampfinhalationen mit Kamille oder Kochsalzlösung als Hausmittel, aber nur für ältere Kinder, und zwar „unter Aufsicht und nicht zu heiß“.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Was schadet
Das Bundesinstitut schreibt zu Erkältungsmitteln mit ätherischen Ölen wie Kampfer, Menthol oder Eukalyptus: „Bei Säuglingen und Kindern unter drei Jahren sollten Mittel mit ätherischen Ölen gar nicht angewendet werden.“ Beim Einatmen der Dämpfe droht vor allem Säuglingen ein Stimmritzenkrampf mit akuter Atemnot, bei der das Kind blau anläuft; dann soll sofort ein notärztlicher Dienst gerufen werden.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde rät, Kindern unter vier Jahren keine frei verkäuflichen Husten- und Erkältungsmittel zum Einnehmen zu geben, weil sie gefährliche Nebenwirkungen haben können; nach mehreren Studien wirken diese Mittel bei Kindern unter sechs Jahren nicht. Eine solche Altersgrenze nennt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf seiner Seite zu Atemwegsinfekten nicht; es rät dort allgemein, sich ärztlich beraten zu lassen.
Quellen: American Academy of Pediatrics (HealthyChildren.org) 2022, American Academy of Pediatrics (HealthyChildren.org) 2023, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
„Handelsübliche Nasentropfen oder -sprays sollten grundsätzlich nur kurzfristig verabreicht werden, es sei denn, Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin hat etwas anderes verordnet. Beachten Sie aber unbedingt die Angaben zu Alter und Dosierung.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Honig ist eine bekannte Quelle für den Säuglingsbotulismus; das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb, ihn Säuglingen unter einem Jahr nicht zu geben.
Quellen
- Atemwegsinfekte – häufige Erkrankungen bei Kindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Saline nasal irrigation for acute upper respiratory tract infections in infants and children: A systematic review and meta-analysis · Paediatric Respiratory Reviews, 2020 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/j.prrv.2019.11.003 · abgerufen 2026-09-28
- Oral antihistamine-decongestant-analgesic combinations for the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2022 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD004976.pub4 · abgerufen 2026-09-28
- Antibiotics for the common cold and acute purulent rhinitis (Cochrane Review, Version pub4, Suchstand Februar 2013) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2025 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD000247.pub4 · abgerufen 2026-09-05
- Antihistamines for the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2015 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD009345.pub2 · abgerufen 2026-09-28
- Nasal decongestants in monotherapy for the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD009612.pub2 · abgerufen 2026-09-28
- Vitamin C for preventing and treating the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2013 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD000980.pub4 · abgerufen 2026-09-28
- Zinc for prevention and treatment of the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2024 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD014914.pub2 · abgerufen 2026-09-28
- Echinacea for preventing and treating the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2014 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD000530.pub3 · abgerufen 2026-09-28
- Homeopathic medicinal products for preventing and treating acute respiratory tract infections in children (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2022 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD005974.pub6 · abgerufen 2026-09-28
- Heated, humidified air for the common cold (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2017 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD001728.pub6 · abgerufen 2026-09-28
- Beschwerden lindern – Hausmittel für Kinder · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Coughs and Colds: Medicines or Home Remedies? · American Academy of Pediatrics (HealthyChildren.org), 2022 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- How to Care for Your Child's Cold · American Academy of Pediatrics (HealthyChildren.org), 2023 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Verbrauchertipps: Schutz vor Botulismus durch Lebensmittel · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2020 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Fieber bei Babys und Kindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Wirksame Vorbeugung ist möglich – Empfehlungen zum Plötzlichen Kindstod · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
Versionshistorie
- v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.
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