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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/woran-erkenne-ich-dass-mein-kind-schielt-und-wann-muss-es-zum-augenarzt

Stand: 28.09.2026 · Version 2

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

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Woran erkenne ich, dass mein Kind schielt, und wann muss es zum Augenarzt?

Ist das normal?Moderate EvidenzAlter: 0 bis 36 MonateGeprüft am 28. September 2026

In den ersten Lebensmonaten schauen die Augen eines Babys gelegentlich aneinander vorbei; schielt dein Baby mit sechs Monaten noch oft, blinzelt es auffällig, hält den Kopf ständig schief oder sieht eine Pupille weißlich aus, gehört das in die Kinderarzt- oder Augenarztpraxis. Eine augenärztliche Untersuchung ist nicht Teil der U-Untersuchungen; deutsche Augen- und Kinderärzte empfehlen sie bei Risikofaktoren wie Frühgeburt mit sechs bis neun Monaten, und für Kinder unter drei Jahren ohne Auffälligkeiten hält die US-amerikanische Task-Force den Nutzen einer Sehprüfung für nicht belegt.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.

Normalbereich

Babys lernen das Sehen erst. Dass die Augen am Anfang nicht immer genau zusammenarbeiten, gehört dazu.

Moderate Evidenz#a1

Nach dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) sehen Babys zunächst noch unscharf; die beste Sehschärfe liegt anfangs in einem Abstand von 20 bis 25 Zentimetern vom Auge.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a2

Mit etwa drei bis vier Monaten entwickelt sich nach derselben Quelle das beidäugige Sehen: „Die von beiden Augen gelieferten Informationen verschmelzen nun zu einem Bild.“ Mit etwa sechs Monaten können Gegenstände anhaltend fixiert werden.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a3

Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde schreibt, dass die Augen der meisten Neugeborenen gelegentlich nicht in dieselbe Richtung schauen. Nach dem vierten Lebensmonat ist regelmäßiges Einwärts- oder Auswärtsschielen nach der Akademie aber in der Regel nicht mehr normal; wer das dann noch häufig beobachtet, soll es der Kinderarztpraxis sagen.

Quellen: American Academy of Pediatrics (healthychildren.org) 2024

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Moderate Evidenz#a4

Die deutsche Elterninformation setzt die Grenze später: Das Bundesinstitut rät, die kinder- oder augenärztliche Praxis aufzusuchen, „wenn Ihr Baby im Alter von sechs Monaten noch oft schielt (einige Sekunden langes Babyschielen)“.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Was dahintersteckt

Schielen ist mehr als eine Frage des Aussehens. Es kann verhindern, dass ein Auge richtig sehen lernt.

Moderate Evidenz#a5

Das Bundesinstitut schreibt, dass sich die Sehschärfe nicht normal entwickeln kann, „wenn Sehfehler oder Schielen im Kleinkindalter unerkannt bleiben“. Wird eine Sehschwäche in den ersten drei Lebensjahren entdeckt, kann sie in der Regel vollständig beseitigt werden; häufig genügt es dann, wenn das Kind wenige Stunden am Tag eine Brille trägt oder das gesunde Auge abgedeckt bekommt.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a6

Je älter ein Kind ist, desto schwieriger wird die Behandlung. Wird die Sehschwäche eines Auges erst im Schulalter entdeckt, gelingt eine vollständige Rückbildung nach derselben Quelle meist nicht mehr, und das Auge bleibt lebenslang sehschwach.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a7

Die US-amerikanische Präventions-Task-Force (USPSTF) bestätigt in ihrer Evidenzbewertung von 2017, dass eine unbehandelte Sehschwäche sich wahrscheinlich nicht von selbst zurückbildet und die Behandlung mit dem Alter weniger wirksam wird. Bei Kindern unter sechs Jahren haben nach ihren Zahlen 1 bis 6 von 100 eine Sehschwäche oder deren Risikofaktoren wie Schielen.

Quellen: US Preventive Services Task Force 2017

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Moderate Evidenz#a8

Die Leitlinie von Berufsverband der Augenärzte und Deutscher Ophthalmologischer Gesellschaft zur Sehschwäche von 2010 nennt als Hauptursachen hohe Fehlsichtigkeit oder ungleiche Brechkraft beider Augen, Schielen sowie Lidanomalien und Trübungen im Auge. Als Risikofaktoren führt sie unter anderem Schielen und familiäre Belastung auf, dazu Frühgeburt und Komplikationen um die Geburt.

Quellen: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands; Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 2010

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Bei den U-Untersuchungen schaut die Kinderarztpraxis jedes Mal auf die Augen.

Moderate Evidenz#a9

Nach der Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses fragt die Praxis bei der U2 und U3 nach Augenerkrankungen in der Familie, ausdrücklich auch nach Schielen und Sehschwäche. Von der U4 bis zur U7 macht sie den Brückner-Test, eine Durchleuchtung, die Unterschiede zwischen rechtem und linkem Auge zeigt, etwa bei Trübungen oder Schielen; bis zur U6 prüft sie außerdem, ob das Kind einem geräuschlosen Gegenstand mit den Augen folgt.

Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026

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Moderate Evidenz#a10

Ab der U7a kommen nach derselben Richtlinie die Prüfung der Hornhautreflexbildchen und ein Stereo-Test auf Schielen hinzu sowie ein Sehtest, bei dem das Kind Formen wiedererkennt und jedes Auge einzeln geprüft wird. Das Erkennen von Sehstörungen ist ab der U5 bei jeder Untersuchung ausdrücklich als Ziel genannt.

Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026

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Schwache Evidenz#a11

In einer vom Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragten Evaluation von 2023 wurde der Brückner-Test bei der U7 noch bei 86,8 von 100 Kindern gemacht und fiel insgesamt bei 4,1 von 100 Kindern auffällig aus. Bei der U7a erhielten etwa 80 von 100 Kindern den Stereo-Test und etwa 60 von 100 den Sehtest mit Formen.

Quellen: IGES Institut im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses 2023

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Moderate Evidenz#a12

Eine augenärztliche Untersuchung sieht die Kinder-Richtlinie nicht vor; das Wort Augenarzt kommt in ihr nicht vor. Die Sehprüfungen der U-Untersuchungen macht die Praxis, die die U durchführt.

Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026

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Ob und wann dein Kind zusätzlich zum Augenarzt sollte, dazu gibt es Empfehlungen, die nicht ganz übereinstimmen.

Moderate Evidenz#a13

Für Kinder mit erhöhtem Risiko für Augenerkrankungen empfehlen nach dem Bundesinstitut Augenärzte und Kinder- und Jugendärzte eine augenärztliche Kontrolle im Alter zwischen sechs und neun Monaten. Als Risikofaktoren nennt es eine Frühgeburt, erbliche Augenerkrankungen in der Familie sowie starke Fehlsichtigkeit oder Schielen bei Eltern oder Geschwistern.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Schwache Evidenz#a14

Darüber hinaus empfehlen sie nach derselben Seite „eine augenärztliche Untersuchung für alle Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren“. Nach Angabe des Berufsverbands der Augenärzte „werden 60 Prozent der Sehschwächen bei Kindern zu spät erkannt und behandelt“. Als Quellen nennt die Seite zwei Veröffentlichungen dieses Berufsverbands von 2010 und 2025, keine Studie.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Schwache Evidenz#a15

Die Leitlinie der beiden augenärztlichen Verbände von 2010 geht weiter: Bei allen Kindern ohne besonderes Risiko hält sie eine erste augenärztliche Untersuchung zwischen sechs und acht Wochen für „sinnvoll“, und Kinder mit familiärem Risiko für Retinoblastom, Katarakt oder Glaukom „müssen erstmals in den ersten Lebenstagen untersucht werden“. Zugleich referiert sie britische Autoren, die einen Mangel an Daten zur Validität und Effektivität von Screening-Programmen kritisieren.

Quellen: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands; Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft 2010

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Moderate Evidenz#a16

Die US-amerikanische Task-Force empfiehlt eine Sehprüfung mindestens einmal bei allen Kindern von drei bis fünf Jahren und sieht darin mit mäßiger Sicherheit einen mäßigen Nutzen. Für Kinder unter drei Jahren hält sie die Studienlage für nicht ausreichend, um Nutzen und Schaden einer Sehprüfung abzuwägen; die Empfehlung wird derzeit überarbeitet.

Quellen: US Preventive Services Task Force 2017

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Schwache Evidenz#a17

Die amerikanischen Fachgesellschaften für Augenheilkunde und für Kinderaugenheilkunde empfehlen regelmäßige Sehprüfungen in der Kinderarztpraxis und schreiben zugleich: „Routine comprehensive professional eye examinations performed on normal asymptomatic children have no proven medical benefit.“ Eine umfassende augenärztliche Routineuntersuchung bei Kindern ohne Auffälligkeiten hat danach keinen nachgewiesenen Nutzen.

Quellen: American Association for Pediatric Ophthalmology and Strabismus; American Academy of Ophthalmology 2022

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Quellen

  1. Das Sehvermögen des Säuglings · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  2. Warning Signs of Vision Problems in Infants & Children · American Academy of Pediatrics (healthychildren.org), 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  3. Sehstörungen bei Kindern erkennen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  4. Vision in Children Ages 6 Months to 5 Years: Screening (Final Recommendation Statement) · US Preventive Services Task Force, 2017 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1001/jama.2017.11260 · abgerufen 2026-09-28
  5. Leitlinie Nr. 26 a Amblyopie · Berufsverband der Augenärzte Deutschlands; Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, 2010 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  6. Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern (Kinder-Richtlinie), in Kraft getreten am 1. Januar 2026 · Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  7. Evaluation der Untersuchungen nach Abschnitt B der Kinder-Richtlinie hinsichtlich Qualität und Zielerreichung: Abschlussbericht · IGES Institut im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses, 2023 · Querschnittsstudie · Stufe 3: Primärstudie · abgerufen 2026-09-28
  8. Joint Policy Statement: Vision Screening for Infants and Children · American Association for Pediatric Ophthalmology and Strabismus; American Academy of Ophthalmology, 2022 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  9. Hinweise für Notfallsituationen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28

Versionshistorie

  • v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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