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Stand: 28.09.2026 · Version 2
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Ernährung
Wie viel Zucker und wie viele Süßigkeiten sind für mein Kleinkind in Ordnung?
Süßes gehört für dein Kleinkind in den sparsamen Teil des Speiseplans, und eine kleine Süßigkeit einmal am Tag, am besten nach einer Mahlzeit, hält das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit für kein Problem. Eine Grammzahl für Ein- und Zweijährige nennt das deutsche Konsensuspapier nicht; die Weltgesundheitsorganisation rät, freie Zucker unter 10 Prozent der Nahrungsenergie zu halten, und eine europäische Fachgesellschaft für Kinderernährung hält ab zwei Jahren unter 5 Prozent für erstrebenswert, darunter wahrscheinlich noch weniger.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.
Normalbereich
Zuerst die Richtung, dann die Zahlen.
Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt für Kleinkinder eine Familienernährung mit reichlich Getränken und pflanzlichen Lebensmitteln, mäßig tierischen Lebensmitteln und „sparsam: Zucker und Süßigkeiten, (Jod)Salz, Fette mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren sowie Snackprodukte“.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2022
Dieselben Handlungsempfehlungen raten, nicht nur die Menge, sondern „auch Häufigkeit des Zuckerverzehrs reduzieren“. Sie nennen „eine Begrenzung der Menge und Verzehrhäufigkeit“ einen wichtigen Pfeiler einer gesundheitsfördernden Ernährung sowie der Vorbeugung von Übergewicht und Karies.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2022
Was „sparsam“ im Alltag heißen kann:
„So ist dann auch einmal am Tag eine kleine Süßigkeit kein Problem“, schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) auf seiner Elternseite für Kinder von einem bis sechs Jahren. Es nennt als Beispiele ein paar Trockenfrüchte oder Vollkornkekse, eine kleine Hand voll Gummibärchen, eine Kugel Eis oder ein paar Stücke Schokolade.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Welche Süßigkeiten für kleine Kinder wegen der Gefahr, sich zu verschlucken, ungeeignet sind, steht in der Antwort dazu, an welchen Lebensmitteln sich dein Kind verschlucken kann.
„Naschereien sollte es möglichst nur einmal am Tag, am besten nach einer größeren Mahlzeit, geben.“ Als Hilfe schlägt das Bundesinstitut vor, mit dem Kind eine Wochenration festzulegen und in einer eigenen Dose aufzubewahren, aus der es sich jeden Tag seine Süßigkeit aussucht.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
„Strikte Verbote der Eltern machen hier keinen Sinn.“ Sinnvoller ist es nach derselben Seite, bewusst mit Süßigkeiten umzugehen, bei der Menge wie bei der Häufigkeit.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Zahlen gibt es als Anteil an der Nahrungsenergie, und zwar für freie Zucker. Was damit gemeint ist, steht weiter unten.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen und Kindern, freie Zucker auf weniger als 10 Prozent der gesamten Energiezufuhr zu senken, als starke Empfehlung. Eine weitere Senkung auf unter 5 Prozent schlägt sie als bedingte Empfehlung vor, also mit weniger Gewissheit über Nutzen und Nachteile.
Quellen: World Health Organization (WHO) 2015
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Diabetes Gesellschaft haben sich 2018 der Grenze von weniger als 10 Prozent angeschlossen. Ihr Konsensuspapier rechnet sie nur für eine Energiezufuhr von 2.000 Kilokalorien am Tag in Gramm um, das sind höchstens 50 g freie Zucker; eine eigene Grammzahl für Kleinkinder nennt es nicht.
Die Europäische Gesellschaft für Kindergastroenterologie, Hepatologie und Ernährung hält in ihrem Positionspapier von 2017 für Kinder und Jugendliche von 2 bis 18 Jahren weniger als 5 Prozent der Energie aus freien Zuckern für erstrebenswert. Bei Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren sollte die Zufuhr nach dem Papier wahrscheinlich noch niedriger liegen.
In ihrem Elternleitfaden rechnet dieselbe Fachgesellschaft die Grenze von 5 Prozent für Kinder von 2 bis 4 Jahren in höchstens 15 bis 16 g freie Zucker am Tag um. Ein Teelöffel entspricht dabei 4 g freiem Zucker.
Die Amerikanische Herzgesellschaft geht weiter: Sie hält es für angemessen, dass Kinder höchstens 25 g zugesetzten Zucker am Tag aufnehmen und dass Kinder unter zwei Jahren zugesetzten Zucker ganz meiden. Das deutsche Konsensuspapier gibt diese Empfehlung wieder, übernimmt sie aber nicht.
Quellen: American Heart Association (Vos MB et al.), Circulation 2017, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) 2018
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 2022 nach einer systematischen Literaturauswertung keine Menge gefunden, unterhalb derer das Risiko für Karies oder Stoffwechselkrankheiten nicht steigt, und deshalb keine sichere Höchstmenge festgelegt. Die Aufnahme zugesetzter und freier Zucker sollte nach ihrem Gutachten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung so niedrig wie möglich sein.
Quellen: EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), EFSA Journal 2022
Was als freier Zucker zählt:
Freie Zucker sind nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation alle Einfach- und Zweifachzucker, die Hersteller oder Verbraucher Lebensmitteln zusetzen, und der Zucker, der natürlich in Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten steckt. Nach dem Konsensuspapier gilt für zugesetzte wie für freie Zucker: „Mono- und Disaccharide, welche natürlicherweise in intaktem Obst und Gemüse sowie Milch und Milchprodukten vorkommen, werden hingegen bei beiden Begriffen ausgeschlossen“; für diesen Zucker ist nach der Weltgesundheitsorganisation keine schädliche Wirkung berichtet.
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) 2018, World Health Organization (WHO) 2015
Honig, Sirup, Dicksaft oder Rohrzucker sind nach dem Bundesinstitut keine bessere Wahl: „Zucker bleibt Zucker und sollte in jeder Form nur sehr sparsam und möglichst selten verwendet werden.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Wie viel Zucker Kinder in Deutschland tatsächlich essen, zeigen Erhebungen, die schon einige Jahre alt sind.
Nach einer Ernährungserhebung aus dem Jahr 2008, die die Handlungsempfehlungen zitieren, aßen Kleinkinder in Deutschland mehr Süßigkeiten als empfohlen, und ihre Zuckerzufuhr lag über den Empfehlungen.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2022
In der Dortmunder DONALD-Studie kamen Kinder von 3 bis 5 Jahren im Mittel auf 16,3 Prozent (Mädchen) und 16,9 Prozent (Jungen) ihrer Energie aus freien Zuckern.
Was dahintersteckt
Worauf die Zahlen beruhen:
Grundlage der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation sind Studien zu Körpergewicht und Karies. Die Grenze von 10 Prozent beruht nach ihr auf Beobachtungsstudien zu Karies mit Evidenz mittlerer Qualität. Die Grenze von 5 Prozent beruht auf ökologischen Studien, also Vergleichen ganzer Bevölkerungen, mit Evidenz sehr niedriger Qualität.
Quellen: World Health Organization (WHO) 2015
„Zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke, Süßigkeiten und Snackprodukte haben einen hohen Energiegehalt und eine geringe Nährstoffdichte.“ Der Zuckeranteil naturbelassener Lebensmittel wie Fruchtsaft und Honig und industriell erzeugter Nahrungsmittel ist nach den Handlungsempfehlungen zudem ein Kariesrisiko für die Zähne des Kleinkindes.
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2022
Warum jeder Zucker den Zähnen schadet, steht in der Antwort zur Karies an Milchzähnen.
„Wenn überhaupt, sollten Süßigkeiten und andere zuckerhaltige Produkte möglichst nach den Hauptmahlzeiten gereicht werden.“ Danach empfiehlt das Bundesinstitut gründliches Zähneputzen oder zumindest, den Mund gut mit Wasser auszuspülen.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2024
Die Europäische Gesellschaft für Kindergastroenterologie, Hepatologie und Ernährung rät, Zucker möglichst in natürlicher Form zu essen, etwa in Milch, ungesüßten Milchprodukten und frischem Obst, statt in gesüßten Getränken, Fruchtsäften, Smoothies und gesüßten Milchprodukten.
Was dein Kind trinken sollte und warum die Flasche zum Nuckeln den Zähnen schadet, steht in den Antworten zum Becher und zur Milch zwischen eins und drei. Warum Quetschbeutel nicht empfehlenswert sind, steht in der Antwort zu Snacks zwischendurch.
Das Konsensuspapier fügt hinzu: „Kinder sollten außerdem nicht an eine hohe Zuckerzufuhr gewöhnt und deshalb möglichst nicht mit stark zuckerhaltigen, speziell für Kinder beworbene, Lebensmittel ernährt werden.“
Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind nach dem Bundesinstitut kein Ausweg: Sie „gehören übrigens nicht in die Kinderernährung“. Die Handlungsempfehlungen berichten, dass eine Expertengruppe der Amerikanischen Herzgesellschaft wegen der begrenzten Datenlage von einem längerfristigen Konsum süßstoffgesüßter Getränke im Kindesalter abrät.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025, Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2022
Bleibt die Frage, wie du mit Süßem umgehst, ohne es zum Machtmittel zu machen.
„Essen sollte nicht zur Belohnung oder zur Bestrafung eingesetzt werden“, heißt es in den Handlungsempfehlungen. Das Bundesinstitut ergänzt: „Als Geschenk, Mitbringsel oder gar Belohnung sind Süßigkeiten übrigens keine gute Wahl.“
Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2022, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025
Gibt es doch einmal mehr, etwa auf einem Kindergeburtstag, dann ist das nach dem Bundesinstitut an diesem Tag eben so; am nächsten Tag gelten wieder die alten Regeln.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Quellen
- Ernährung und Bewegung im Kleinkindalter: Aktualisierte Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben (Sonderdruck Juni 2022, Bestell-Nr. 3418) · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde, 2022 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1007/s00112-022-01519-3 · abgerufen 2026-09-08
- Süßes und Knabbereien · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Mein Kind will immer nur Süßigkeiten. Wie soll ich mich verhalten? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Guideline: Sugars intake for adults and children · World Health Organization (WHO), 2015 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland: Konsensuspapier der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG), der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) · Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), 2018 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Sugar in Infants, Children and Adolescents: A Position Paper of the European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition Committee on Nutrition · ESPGHAN Committee on Nutrition (Fidler Mis N et al.), Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition, 2017 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1097/MPG.0000000000001733 · abgerufen 2026-09-28
- Sugar Intake in Infants, Children and Adolescents · European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN), Committee on Nutrition, 2018 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Added Sugars and Cardiovascular Disease Risk in Children: A Scientific Statement From the American Heart Association · American Heart Association (Vos MB et al.), Circulation, 2017 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1161/CIR.0000000000000439 · abgerufen 2026-09-28
- Tolerable upper intake level for dietary sugars · EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA), EFSA Journal, 2022 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.2903/j.efsa.2022.7074 · abgerufen 2026-09-28
- Zahngesunde Ernährung · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
Versionshistorie
- v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.
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