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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/wie-sollte-die-eingewoehnung-in-die-kita-ablaufen

Stand: 10.09.2026 · Version 5

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Eltern

Wie sollte die Eingewöhnung in die Kita ablaufen?

Was tun?Schwache EvidenzAlter: 12 bis 36 MonateGeprüft am 10. September 2026

Der am besten belegte Baustein ist die Begleitung durch einen Elternteil über mehrere Tage: In einer Untersuchung mit 70 Kindern hing das damit zusammen, dass die Bindung an die Mutter sicher blieb oder sicher wurde. Diese Zahl stammt aus einer einzigen kleinen Untersuchung; weitere Einzelheiten des in Deutschland verbreiteten Ablaufs sind nicht eigens untersucht.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Was nachweislich hilft

Zum Ablauf gibt es eine Untersuchung, die den Stress der Kinder nicht erfragt, sondern gemessen hat.

Schwache Evidenz#a1

In einer Untersuchung wurden 70 Kinder im Alter von 15 Monaten begleitet: zu Hause vor dem Beginn der Betreuung, während der Eingewöhnung mit anwesender Mutter, während der ersten neun Tage ohne Mutter und noch einmal fünf Monate später. Die Bindungssicherheit zwischen Kind und Mutter wurde vor dem Beginn und drei Monate danach erhoben.

Quellen: Child Development 2004

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Schwache Evidenz#a2

In der Trennungsphase stieg in derselben Untersuchung das Cortisol im Speichel über die ersten 60 Minuten nach dem Weggang der Mutter auf Werte, die 75 bis 100 Prozent über den Werten zu Hause lagen.

Quellen: Child Development 2004

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Schwache Evidenz#a3

Sicher gebundene Kinder hatten in derselben Untersuchung während der Eingewöhnungsphase deutlich niedrigere Cortisolwerte als unsicher gebundene.

Quellen: Child Development 2004

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Schwache Evidenz#a4

Dieselben sicher gebundenen Kinder weinten und quengelten in der Trennungsphase mehr als die unsicher gebundenen, und ihr Weinen hing deutlich mit ihren Cortisolwerten zusammen.

Quellen: Child Development 2004

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Schwache Evidenz#a5

Dieselbe Untersuchung berichtet: Die Bindungen blieben sicher oder wurden sicher, wenn die Mütter mehr Tage darauf verwendeten, ihre Kinder an die Betreuung zu gewöhnen. Das ist ein beobachteter Zusammenhang aus einer einzelnen Untersuchung mit 70 Kindern, kein Nachweis, dass mehr Tage die Ursache sind.

Quellen: Child Development 2004

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Untersucht wurden dabei ausschließlich Mütter. Ob dasselbe gilt, wenn der Vater oder eine andere vertraute Person die Eingewöhnung begleitet, ist in dieser Untersuchung nicht geprüft worden; wir übertragen den Befund hier nicht auf sie.

Der Befund zum Weinen ist der, der Eltern am meisten hilft: Ein Kind, das laut weint, wenn du gehst, ist nicht das Kind, dem es am schlechtesten geht. In dieser Untersuchung weinten gerade die sicher gebundenen Kinder mehr.

Die zweite Datenquelle betrifft nicht die Eingewöhnung, sondern das, worauf sie hinausläuft: eine Beziehung zwischen Kind und Betreuungsperson.

Moderate Evidenz#a6

Eine Meta-Analyse fasste 40 Untersuchungen mit 2.867 Kindern zusammen, die im Mittel 29,6 Monate alt waren, Standardabweichung 8,6 Monate. Untersucht wurde die Bindung der Kinder an ihre Betreuungspersonen außerhalb der Familie.

Quellen: Child Development 2006

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Moderate Evidenz#a7

Ob sichere Bindungen an Betreuungspersonen seltener sind als an die Eltern, hing in derselben Meta-Analyse am Messverfahren ab: Mit der Fremden Situation waren sie seltener, mit dem Attachment Q-Set gleich häufig.

Quellen: Child Development 2006

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a8

Dieselbe Meta-Analyse fand sichere Bindungen an Betreuungspersonen häufiger in familiennaher Betreuung als in Einrichtungen, häufiger, wenn die Kinder erst längere Zeit nach dem Eintritt untersucht wurden, und häufiger bei Mädchen.

Quellen: Child Development 2006

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a9

Dieselbe Meta-Analyse unterscheidet zwei Arten von Feinfühligkeit: Die Feinfühligkeit gegenüber dem einzelnen Kind sagte die Bindungssicherheit nur in den kleinen Gruppen familiennaher Betreuung vorher. Die auf die ganze Gruppe bezogene Feinfühligkeit war dagegen ein verlässlicher Vorhersagewert für eine sichere Bindung, besonders in Einrichtungen.

Quellen: Child Development 2006

Einspruch oder Ergänzung

Für den Alltag heißt das: Ob eine Erzieherin sich in der Eingewöhnung viel um dein Kind kümmert, ist nicht das Merkmal, an dem sich die spätere Bindungssicherheit ablesen lässt. In einer Gruppe ist es die Art, wie sie mit allen Kindern umgeht.

Was nicht hilft

Das in Deutschland verbreitetste Vorgehen ist das Berliner Eingewöhnungsmodell von Laewen, Andres und Hédervári.

Keine Evidenz#a10

Das Institut, das dieses Modell entwickelt hat, beschreibt es so: eine dreitägige Grundphase, in der ein Elternteil das Kind begleitet und sich mit ihm ein bis zwei Stunden in der Einrichtung aufhält und sich dabei passiv als „sicherer Hafen“ verhält, ohne Trennungsversuche; am vierten Tag ein erster Trennungsversuch, bei dem der begleitende Elternteil den Raum verlässt, auch wenn das Kind protestiert, und in der Nähe der Tür bleibt. Abgeschlossen ist die Eingewöhnung nach dieser Darstellung, wenn das Kind die Erzieherin oder die Tagesmutter als „sichere Basis“ akzeptiert hat und sich von ihr trösten lässt.

Quellen: infans – Institut für angewandte Sozialisationsforschung / Frühe Kindheit e. V. (Laewen, Andres, Hédervári) 2016

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Keine Evidenz#a11

Wir haben keine Untersuchung gefunden, die dieses Modell als Ganzes gegen ein anderes Vorgehen geprüft hätte, und auch keine, die die Zahl der Tage oder die Länge der täglichen Anwesenheit als Bedingung untersucht hätte. Der Text des Instituts selbst begründet diese Werte nicht mit einer Studie, sondern mit der Bindungstheorie und mit Erfahrung.

Quellen: infans – Institut für angewandte Sozialisationsforschung / Frühe Kindheit e. V. (Laewen, Andres, Hédervári) 2016

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Was für den Kern des Modells spricht, ist der Befund oben: die Begleitung über mehrere Tage. Der genaue Fahrplan darüber hinaus — drei Tage Grundphase, der erste Trennungsversuch am vierten Tag, die Länge der täglichen Anwesenheit — ist selbst nicht geprüft. Das heißt nicht, dass er falsch ist, sondern dass wir nicht wissen, ob er besser ist als ein anderer Fahrplan mit derselben mehrtägigen Begleitung.

Was schadet

Zum Ablauf selbst — etwa zur Dauer der einzelnen Phasen oder zum genauen Vorgehen beim ersten Trennungsversuch — liegt uns keine Untersuchung vor, die ein bestimmtes Vorgehen als schädlich ausgewiesen hätte. Das heißt nicht, dass jedes Vorgehen gleich gut ist, sondern dass dazu schlicht nicht geforscht wurde.

Quellen

  1. Transition to child care: associations with infant-mother attachment, infant negative emotion, and cortisol elevations · Child Development, 2004 · Kohortenstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1111/j.1467-8624.2004.00698.x · abgerufen 2026-09-08
  2. Security of children's relationships with nonparental care providers: a meta-analysis · Child Development, 2006 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1111/j.1467-8624.2006.00896.x · abgerufen 2026-09-08
  3. Die Eingewöhnung von Kindern in Kindertageseinrichtungen (Text zum Berliner Eingewöhnungsmodell) · infans – Institut für angewandte Sozialisationsforschung / Frühe Kindheit e. V. (Laewen, Andres, Hédervári), 2016 · Übersichtsartikel ohne systematische Suche · Stufe 3: Primärstudie · abgerufen 2026-09-08
  4. Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08

Versionshistorie

  • v5 · 10. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v4 · 8. September 2026 · Aufgeteilt aus ant-0053 (Freigabe-Anhang A Punkt 4m): Die Datei enthielt zwei Fragen, den Ablauf und den Zeitpunkt der Eingewöhnung. Diese Antwort behandelt nur noch den Ablauf; die Frage zum Zeitpunkt steht jetzt eigenständig in ant-0055. Dateiname und Frage entsprechend geändert, Aussage-Blöcke zum Zeitpunkt nach ant-0055 verschoben, verbleibende Aussage-IDs lückenlos neu durchnummeriert, Kurzantwort auf den Ablauf verengt (Redaktion)
  • v3 · 8. September 2026 · Konsistenzlauf nach der Ausweitung auf 0 bis 3 Jahre: Querverweis auf ant-0030 (Redaktion)
  • v2 · 8. September 2026 · Überarbeitung nach Evidenz-Review 2026-09-07: NUBBEK-Befund für Zweijährige aufgenommen und Kernaussage daran ausgerichtet, Vorbehalte der Quelle und vierter Skalenwert ergänzt, NUBBEK-Blöcke auf schwach gesetzt, Übertragung von Müttern auf Eltern zurückgenommen, Berliner Modell mit Quelle belegt, Wann zum Arzt nach REDAKTION Punkt 10 gefasst (Redaktion)
  • v1 · 7. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 10. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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