Zum Inhalt springen
Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/wie-geht-es-vaetern-nach-der-geburt-und-was-ist-ueber-elternzeit-und-depression-bekannt

Stand: 28.09.2026 · Version 2

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Eltern

Wie geht es Vätern nach der Geburt, und was ist über Elternzeit und Depression bekannt?

Ist das normal?Moderate EvidenzAlter: 0 bis 12 MonateGeprüft am 28. September 2026

Nach den beiden neueren Meta-Analysen haben etwa 8 bis 9 von 100 Vätern in der Zeit rund um die Geburt eine Depression, und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt Stress, unerfüllte Erwartungen und eine belastend erlebte Geburt als mögliche Auslöser. Ob Elternzeit bei Vätern mit besserer psychischer Gesundheit einhergeht, ist nach einer systematischen Übersicht weniger eindeutig als bei Müttern.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.

Normalbereich

Einiges zu Vätern steht schon in der Antwort „Bin ich nur erschöpft, oder ist das eine Wochenbettdepression?“: die Einschätzung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), wie viele Väter in ein Stimmungstief geraten, die Beschwerden, an denen man es erkennt, die Meta-Analyse von 2010 und das Wenige, was über Co-Mütter bekannt ist. Hier geht es um das, was dort fehlt.

Moderate Evidenz#a1

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beschreibt es als ganz normal, dass es das bisherige Leben auf den Kopf stellt, Vater zu werden, im Guten wie im Schlechten. In der Regel stellen sich Väter nach seiner Darstellung mit der Zeit auf die neue Lebenssituation ein; gibt es Probleme, können Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Versagensängste überhandnehmen.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a2

Als Belastungen nennt dieselbe Seite Schlafmangel, ungewohnte Sorgen und wenig Zeit zur Entspannung, dazu die plötzliche Verantwortung für einen vollkommen abhängigen kleinen Menschen. In einer solchen Ausnahmesituation können nach ihr zudem Konflikte aufbrechen, die sich früher leichter kontrollieren ließen.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Schwache Evidenz#a3

Wie viel Väter schlafen, hat eine Meta-Analyse von 2025 aus 47 Studien mit 9.684 Vätern in den ersten 24 Monaten nach der Geburt zusammengetragen. Im Mittel schliefen sie rund 398 Minuten, also etwa 6 Stunden und 40 Minuten, und wachten etwa einmal pro Nacht auf; die Werte der Studien wichen stark voneinander ab. Ob Väter zu wenig schlafen, hing nach den Autorinnen und Autoren davon ab, wie man Schlaf misst, und die meisten Daten stammen aus Nordamerika.

Quellen: Nielsen JS et al., Sleep Health 2025

Einspruch oder Ergänzung

Zur Häufigkeit einer Depression gibt es seit der Meta-Analyse von 2010 zwei größere Auswertungen.

Moderate Evidenz#a4

Eine aktualisierte Meta-Analyse von 2016 schloss 74 Studien mit 41.480 Teilnehmern ein und schätzte den Anteil der Väter mit einer Depression zwischen dem ersten Schwangerschaftsdrittel und dem ersten Jahr nach der Geburt auf 8,4 Prozent (95-Prozent-Vertrauensbereich 7,2 bis 9,6). Die Werte der einzelnen Studien streuten stark; sie hingen unter anderem vom Messverfahren, vom Studienort und davon ab, ob auch die Mutter depressiv war.

Quellen: Cameron EE et al., Journal of Affective Disorders 2016

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a5

Eine weitere Meta-Analyse von 2020 mit 47 Studien und 20.728 Teilnehmern kam für das erste Jahr nach der Geburt auf 8,75 Prozent. Nach Zeitabschnitten lag der Anteil zwischen 7,82 Prozent (erster bis dritter Monat) und 9,23 Prozent (dritter bis sechster Monat).

Quellen: Rao WW et al., Journal of Affective Disorders 2020

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a6

Die Meta-Analyse von 2010 hatte im Zeitraum drei bis sechs Monate nach der Geburt einen deutlichen Gipfel von 25,6 Prozent gefunden. Die beiden neueren Auswertungen bestätigen diesen Gipfel nicht: In der von 2016 hing der Anteil nicht vom Zeitpunkt der Messung ab, in der von 2020 lagen alle Zeitabschnitte des ersten Jahres zwischen knapp 8 und gut 9 Prozent.

Quellen: JAMA 2010, Cameron EE et al., Journal of Affective Disorders 2016, Rao WW et al., Journal of Affective Disorders 2020

Einspruch oder Ergänzung

Was dahintersteckt

Moderate Evidenz#a7

Über die Ursachen väterlicher Krisen nach der Geburt weiß man nach dem Bundesinstitut noch wenig. Als gesichert nennt es, dass Stress sowie übertriebene und unerfüllte Erwartungen an sich selbst und an die Partnerin beitragen können, besonders wenn die Geburt als schwer und beängstigend erlebt wurde und danach keine Gelegenheit blieb, das Erlebte zu verarbeiten.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a8

Ob ein Vater in eine Krise gerät, hängt nach derselben Seite von vielen Faktoren ab, etwa davon, ob er schon früher eine depressive Störung hatte, ob er gerne Vater geworden ist und ob er emotional auf die Geburt vorbereitet war. Sie beschreibt außerdem ein Dilemma: Ein Vater will sich viel Zeit für das Kind nehmen, ist aber oft zugleich für das Familieneinkommen zuständig.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a9

Depressionen von Vätern und Müttern hängen zusammen: Die Meta-Analyse von 2010 fand zwischen beiden eine positive Korrelation mittlerer Größe (r = 0,308; 95-Prozent-Vertrauensbereich 0,228 bis 0,384).

Quellen: JAMA 2010

Einspruch oder Ergänzung

Eine Korrelation sagt nicht, in welche Richtung ein Zusammenhang läuft.

Zur Elternzeit gibt es eine systematische Übersicht.

Schwache Evidenz#a10

Eine systematische Übersicht von 2023 fasste 45 Studien aus Ländern mit hohem Einkommen zusammen, die Elternzeit nach der Geburt mit der psychischen Gesundheit der Eltern in Beziehung setzten. Bei Müttern ging eine großzügigere Regelung, also eine längere oder bezahlte Elternzeit, im Allgemeinen mit besserer psychischer Gesundheit einher, darunter weniger depressive Beschwerden, weniger psychische Belastung und weniger Burnout. Die Übersicht fasste die Studien erzählend zusammen, ohne eine gemeinsame Zahl zu berechnen, und beschreibt Zusammenhänge, keine nachgewiesene Wirkung.

Quellen: Heshmati A et al., The Lancet Public Health 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a11

Für Väter ist der Befund nach derselben Übersicht weniger eindeutig: Der Zusammenhang zwischen der Elternzeit von Vätern und ihrer psychischen Gesundheit war weniger schlüssig, ebenso die Frage, ob die Elternzeit eines Elternteils der psychischen Gesundheit des anderen nützt.

Quellen: Heshmati A et al., The Lancet Public Health 2023

Einspruch oder Ergänzung

Die Seite des Bundesinstituts zu Vätern nach der Geburt verbindet Elternzeit und Stimmungstief nicht.

Zum Zusammenhang mit der Entwicklung der Kinder gibt es Beobachtungsdaten.

Moderate Evidenz#a12

Das Bundesinstitut schreibt, dass Kinder in den ersten Lebensmonaten besonders verletzlich sind: Säuglinge, deren Mütter oder Väter eine Depression haben, zeigen nach seiner Darstellung später häufiger Verhaltensauffälligkeiten als ältere Kinder, bei denen ein Elternteil eine Depression entwickelt.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Schwache Evidenz#a13

Eine Meta-Analyse von 2025 mit 48 Langzeitkohorten fand, dass psychische Belastung von Vätern rund um die Geburt mit einer etwas ungünstigeren Entwicklung der Kinder zusammenhing, unter anderem bei der sozial-emotionalen Entwicklung, der Sprache und dem Denken. Die Korrelationen lagen, als Beträge genommen, bei etwa 0,09 für die sozial-emotionale Entwicklung und 0,15 für die Sprache, beide in Richtung einer ungünstigeren Entwicklung, und nach der Geburt stärker als in der Schwangerschaft. Es handelt sich um Beobachtungsstudien, die einen Zusammenhang zeigen, keine nachgewiesene Ursache; die Autorinnen und Autoren sprechen von einem möglicherweise beeinflussbaren Vorhersagefaktor.

Quellen: Le Bas G et al., JAMA Pediatrics 2025

Einspruch oder Ergänzung

Was Vätern hilft, ist wenig untersucht.

Moderate Evidenz#a14

Das Bundesinstitut rät nach einer als schwer erlebten Geburt zu einem Gespräch mit dem geburtshilflichen Team, auch für den Vater und auch noch nach Wochen oder Monaten. Außerdem nennt es gemeinsames Lernen bei der Versorgung des Babys, gegenseitige Anerkennung und Unterstützung sowie regelmäßige „Auszeiten vom Elternsein“, die beiden Eltern guttun und einer Überlastung vorbeugen können.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a15

Eine systematische Übersicht von 2020 fand in 25 Jahren Forschung nur 10 randomisierte Studien zu Maßnahmen gegen Depression bei Vätern rund um die Geburt. Keine davon richtete sich ausschließlich an die psychische Gesundheit der Väter; sie setzten bei der Mutter, beim Baby oder bei der Paarbeziehung an, und keine behandelte Väter mit einer gesicherten Depression.

Quellen: Goldstein Z et al., Journal of Affective Disorders 2020

Einspruch oder Ergänzung

Schwache Evidenz#a16

Drei dieser Studien zeigten nach derselben Übersicht eine kleine, aber signifikante Wirkung auf die Depressionswerte der Väter.

Quellen: Goldstein Z et al., Journal of Affective Disorders 2020

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a17

Bei emotionaler Überlastung nennt das Bundesinstitut eine Vater-Kind-Kur als Möglichkeit, die einer Überlastung möglicherweise vorbeugen kann. Bei einer bereits bestehenden Depression ist eine solche Kur nach seiner Darstellung nicht angeraten; dann werden eine psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung empfohlen.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de 2024

Einspruch oder Ergänzung

Quellen

  1. Väter und Co-Mütter: Stress und Stimmungstiefs nach der Geburt · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / familienplanung.de, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
  2. Fathers' sleep in the first 24 months postpartum: A systematic review and meta-analysis of global data · Nielsen JS et al., Sleep Health, 2025 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/j.sleh.2025.03.006 · abgerufen 2026-09-28
  3. Prevalence of paternal depression in pregnancy and the postpartum: An updated meta-analysis · Cameron EE et al., Journal of Affective Disorders, 2016 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/j.jad.2016.07.044 · abgerufen 2026-09-28
  4. Prevalence of prenatal and postpartum depression in fathers: A comprehensive meta-analysis of observational surveys · Rao WW et al., Journal of Affective Disorders, 2020 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/j.jad.2019.10.030 · abgerufen 2026-09-28
  5. Prenatal and postpartum depression in fathers and its association with maternal depression: a meta-analysis · JAMA, 2010 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1001/jama.2010.605 · abgerufen 2026-09-05
  6. The effect of parental leave on parents' mental health: a systematic review · Heshmati A et al., The Lancet Public Health, 2023 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/S2468-2667(22)00311-5 · abgerufen 2026-09-28
  7. Paternal Perinatal Depression, Anxiety, and Stress and Child Development: A Systematic Review and Meta-Analysis · Le Bas G et al., JAMA Pediatrics, 2025 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1001/jamapediatrics.2025.0880 · abgerufen 2026-09-28
  8. Interventions for paternal perinatal depression: A systematic review · Goldstein Z et al., Journal of Affective Disorders, 2020 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1016/j.jad.2019.12.029 · abgerufen 2026-09-28
  9. Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF nvl-005) · BÄK / KBV / AWMF, 2022 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05

Versionshistorie

  • v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

Einsprüche zu dieser Antwort

Zu dieser Antwort liegt kein Einspruch vor.

Alle Einsprüche und Entscheidungen: Einsprüche

Einspruch oder Ergänzung

Du hältst eine Aussage für falsch oder kennst eine Studie, die fehlt? Schreib es hier hin. Wir brauchen dafür eine Quelle, sonst können wir es nicht prüfen. Was daraus wird, steht danach öffentlich unter Einsprüche, auch wenn wir deinen Einspruch ablehnen.

Maschinenlesbar: wie-geht-es-vaetern-nach-der-geburt-und-was-ist-ueber-elternzeit-und-depression-bekannt.json, siehe Schnittstelle und Nutzungsbedingungen.