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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/wie-gehe-ich-mit-wutanfaellen-in-der-trotzphase-um

Stand: 09.09.2026 · Version 4

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Eltern

Wie gehe ich mit Wutanfällen in der Trotzphase um?

Was tun?Moderate EvidenzAlter: 18 bis 36 MonateGeprüft am 9. September 2026

Wutanfälle gehören ab der Mitte des zweiten Lebensjahres zur normalen Entwicklung, und was die Quellen empfehlen, ist ruhig zu bleiben, beim Kind zu bleiben und den Anfall abzuwarten. Diese Empfehlung stammt aus einer Elterninformation, aus Leitlinien und aus Beobachtungsdaten, nicht aus einer Studie, die zwei Umgangsweisen gegeneinander geprüft hat.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Was nachweislich hilft

Bevor es um das Verhalten geht, hilft es zu wissen, wann Wutanfälle kommen und wie lange sie dauern. Beides ist besser untersucht als die Frage, was man dagegen tut.

Moderate Evidenz#a1

Nach Angabe des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) treten „typische“ Trotzreaktionen meist gehäuft ab der Mitte des zweiten Lebensjahres auf.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a2

Dasselbe Institut schreibt, dass die Heftigkeit mit Beginn des dritten Lebensjahres und mit zunehmenden sprachlichen Fähigkeiten oft schon wieder abnimmt und dass die Trotzreaktionen nach dem dritten Lebensjahr in der Regel seltener werden.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a3

Dasselbe Institut ordnet Trotzreaktionen als Entwicklungsschritt ein: Sie werden „vor allem mit der wachsenden Selbstwahrnehmung, dem Drang nach mehr Selbstständigkeit und den Fortschritten in der geistigen Entwicklung des Kindes in Verbindung gebracht“ und heißen deshalb auch Autonomiephase.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Schwache Evidenz#a4

Eine Auswertung von Elternberichten über die Wutanfälle von 335 Kindern im Alter von 18 bis 60 Monaten fand fünf Komponenten. Wut und Kummer waren dabei die beiden großen, voneinander unabhängigen Bestandteile: Wut bildete drei Komponenten unterschiedlicher Stärke, Kummer bestand aus Quengeln, Weinen und Trostsuchen, und die fünfte Komponente beschrieb den Bewältigungsstil zwischen Sich-Fallenlassen und Weglaufen.

Quellen: Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics 2003

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Schwache Evidenz#a5

In derselben Auswertung nahm hohe Wutstärke mit dem Alter ab, niedrige Wutstärke nahm zu.

Quellen: Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics 2003

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Schwache Evidenz#a6

Grundlage derselben Auswertung sind Erzählungen der Eltern über einen zurückliegenden Anfall, die in Abschnitte von je 30 Sekunden zerlegt und darin als vorhanden oder nicht vorhanden verschlüsselt wurden. Das sind keine Messungen von außen.

Quellen: Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics 2003

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Schwache Evidenz#a7

Die zweite Arbeit zu derselben Stichprobe wertete die Dauer aus: Am häufigsten dauerten die Anfälle eine halbe bis eine Minute, und 75 von 100 Anfällen dauerten fünf Minuten oder weniger.

Quellen: Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics 2003

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Schwache Evidenz#a8

Dieselbe Arbeit beschreibt den zeitlichen Verlauf: Wut steigt schnell an, hat ihren Gipfel am oder nahe dem Anfang des Anfalls und fällt danach ab, während die Wahrscheinlichkeit von Weinen und Trostsuchen über den Anfall hinweg langsam zunimmt.

Quellen: Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics 2003

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Beide Auswertungen beginnen bei 18 Monaten, die Elterninformation spricht von der Mitte des zweiten Lebensjahres — deshalb beginnt auch diese Antwort erst dort und nicht schon mit dem ersten Geburtstag: Für die Zeit davor sagt keine der hier zitierten Quellen etwas Eigenes.

Wenn Wut am Anfang am stärksten ist und Trostsuchen erst später kommt, erklärt das, warum Reden am Anfang nicht ankommt und Trösten am Ende oft plötzlich funktioniert. Was das Bundesinstitut Eltern rät, passt dazu: erst wenig Aufmerksamkeit für den Anfall selbst, aber Anwesenheit, und danach das Gespräch.

Moderate Evidenz#a9

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät: „Schenken Sie einem ‚Trotzanfall‘ möglichst wenig Beachtung, solange Ihr Kind hierdurch nicht in Gefahr gerät, und versuchen Sie, möglichst gelassen zu bleiben.“

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a10

Dasselbe Institut rät: „Bleiben Sie bei Ihrem Kind und warten Sie ab, bis es sich von selbst wieder so weit beruhigt hat, dass es ansprechbar ist.“

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a11

Danach rät es, mit dem Kind über seine negativen Gefühle zu sprechen und ihm das Gefühl zu geben, dass es ernst genommen wird.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a12

Vorbeugend nennt dasselbe Institut unter anderem, dem Kind genügend Freiraum zu gewähren, Regeln festzulegen und Grenzen dort zu setzen, „wo sie sinnvoll und wichtig sind“, Veränderungen frühzeitig anzukündigen und die Aufmerksamkeit des Kindes auf etwas anderes Interessantes zu lenken, wenn es sich über etwas ärgert.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Moderate Evidenz#a13

Zur Abgrenzung von Situation und Person schreibt dasselbe Institut: „Vermitteln Sie Ihrem Kind immer, dass Sie zwar eine bestimmte Situation und ein bestimmtes Verhalten nicht gut finden, nicht aber es selbst ablehnen.“

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Diese Ratschläge stammen von einer amtlichen Stelle, und sie sind plausibel. Geprüft sind sie in dieser Form aber nicht.

Keine Evidenz#a14

Für die einzelnen Handgriffe dieser Elterninformation haben wir keine Untersuchung gefunden, die sie gegen ein anderes Vorgehen geprüft hätte, und die Elterninformation selbst nennt keine. Das heißt nicht, dass sie nicht wirken, sondern dass es dazu keine Studie gibt.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

Einspruch oder Ergänzung

Untersucht sind dagegen ganze Elterntrainings, also mehrwöchige Kurse, in denen Eltern solche Handgriffe einüben.

Moderate Evidenz#a15

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in ihrer Leitlinie zu Elterntrainings, dass Eltern und Bezugspersonen von Kindern zwischen 2 und 10 Jahren weltweit leichten Zugang zu wirksamkeitsgeprüften Elterntrainings haben sollen, die auf der sozialen Lerntheorie beruhen. Das ist eine starke Empfehlung auf Evidenz mittlerer bis niedriger Sicherheit.

Quellen: WHO 2022

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Moderate Evidenz#a16

Für diese Empfehlung fasst dieselbe Leitlinie 211 Studien mit 21.622 Teilnehmenden zusammen: Nach außen gerichtete Verhaltensprobleme des Kindes, also unter anderem Wut und Aggression, waren nach solchen Programmen geringer, mit einer standardisierten mittleren Differenz von 0,38 und einem 95-Prozent-Vertrauensbereich von 0,44 bis 0,31, bei Evidenz mittlerer Sicherheit.

Quellen: WHO 2022

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Moderate Evidenz#a17

Dieselbe Leitlinie fasst für Misshandlung einschließlich harter Erziehung 49 Studien mit 5.700 Teilnehmenden zusammen: Dieser Endpunkt trat nach solchen Programmen seltener ein, mit einer standardisierten mittleren Differenz von 0,34 und einem 95-Prozent-Vertrauensbereich von 0,47 bis 0,22, bei Evidenz mittlerer Sicherheit.

Quellen: WHO 2022

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a18

Dieselbe Leitlinie hält fest, dass sich in den wenigen Studien, die breitere Endpunkte wie Gewalt in der Partnerschaft oder die kindliche Entwicklung untersucht haben, kein Hinweis auf schädliche Wirkungen von Elterntrainings fand.

Quellen: WHO 2022

Einspruch oder Ergänzung

Diese Zahlen gelten für Kinder ab zwei Jahren. Für die Jahre davor hat dieselbe Leitlinie eine eigene Empfehlung, und sie ist ebenfalls stark.

Moderate Evidenz#a19

Die Empfehlung Nr. 5 derselben Leitlinie gilt ausdrücklich für die ersten drei Lebensjahre: Alle Säuglinge und Kleinkinder sollen in dieser Zeit feinfühlige Betreuung und frühe Lerngelegenheiten mit ihren Eltern und anderen Bezugspersonen erhalten, und die Eltern und Bezugspersonen sollen dabei unterstützt werden. Die Leitlinie übernimmt diese Empfehlung aus der Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation zur frühkindlichen Entwicklung von 2020 und stuft sie als starke Empfehlung ein.

Quellen: WHO 2022

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a20

Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration zu Gruppenprogrammen für Eltern jüngerer Kinder fasst 22 randomisierte und 2 quasi-randomisierte Studien mit zusammen 3.161 Teilnehmenden zusammen. Eingeschlossen waren Studien, deren Kinder im Mittel höchstens drei Jahre und elf Monate alt waren.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2016

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Moderate Evidenz#a21

Dieselbe Übersicht fand nach außen gerichtete Verhaltensprobleme nach solchen Programmen geringer: standardisierte mittlere Differenz −0,23, 95-Prozent-Vertrauensbereich −0,46 bis −0,01, aus 8 Studien mit 989 Teilnehmenden, bei Evidenz mittlerer Qualität.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2016

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Moderate Evidenz#a22

Für die Gesamtbelastung mit emotionalen und Verhaltensproblemen lag die Differenz bei −0,81, Vertrauensbereich −1,37 bis −0,25, aus 5 Studien mit 280 Teilnehmenden, bei Evidenz niedriger Qualität. Dieses Ergebnis blieb nicht bestehen, als dieselbe Übersicht in einer Sensitivitätsanalyse die beiden quasi-randomisierten Studien herausnahm: Dann lag die Differenz bei −0,67, Vertrauensbereich −1,43 bis 0,09, aus 3 Studien mit 221 Teilnehmenden, und war nicht mehr statistisch gesichert.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2016

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a23

Die Verfasserinnen und Verfasser derselben Übersicht bezeichnen ihr Ergebnis ausdrücklich als vorläufige Unterstützung für Gruppenprogramme für Eltern und verlangen weitere Studien mit langer Nachbeobachtung. Ob die kurzfristige Verbesserung anhält, sagt die Übersicht nicht.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2016

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Ein Elterntraining ist kein Rat für den Supermarkt am Dienstagnachmittag. Es ist der einzige Baustein dieser Antwort, der in randomisierten Studien geprüft ist. Wenn dich die Wutanfälle deines Kindes an deine Grenze bringen, ist ein solcher Kurs also nicht der letzte, sondern der am besten belegte Schritt. Kinderarztpraxis, Erziehungsberatungsstelle und Familienbildungsstätte wissen, welche Kurse es vor Ort gibt. Diese Stellen sind Wegweiser, keine Quellen.

Was nicht hilft

Zwei Reaktionen liegen nahe und stehen in der Elterninformation des Bundesinstituts ausdrücklich als das Falsche.

Moderate Evidenz#a24

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät ab, das Verhalten durch Strafe oder Ablehnung ändern zu wollen: „hierdurch würden Häufigkeit und Stärke der Trotzreaktionen eher zu- als abnehmen“.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a25

Dasselbe Institut rät ebenso davon ab, das Kind für den Anfall zu „belohnen“, indem man ihm beispielsweise im Supermarkt doch kauft, was man ihm zuvor abgeschlagen hat.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

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Der dritte naheliegende Griff ist der Bildschirm.

Keine Evidenz#a26

Zu der Frage, ob ein Bildschirm einen laufenden Wutanfall beendet, haben wir keine Studie an Kindern unter drei Jahren gefunden. Was es gibt, sind Beobachtungen an älteren Kindern, und sie zeigen in die andere Richtung.

Quellen: American Academy of Pediatrics 2026

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Schwache Evidenz#a27

Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde hält in ihrer Grundsatzerklärung von 2026 fest, dass bei Vorschulkindern der Einsatz mobiler Geräte zum Beruhigen mit schwächeren Fähigkeiten zur Gefühlsregulierung und mit problematischen Mediengewohnheiten verbunden ist. Das ist ein Zusammenhang aus Beobachtungsdaten bei älteren Kindern, kein Nachweis, dass das Gerät die Ursache ist.

Quellen: American Academy of Pediatrics 2026

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Schwache Evidenz#a28

Dieselbe Erklärung berichtet, dass stärkere Tabletnutzung im Zeitverlauf mit mehr Wutausbrüchen verbunden war. Auch das ist ein beobachteter Zusammenhang bei älteren Kindern, keine Ursache.

Quellen: American Academy of Pediatrics 2026

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Zu Bildschirmmedien gibt es zwei eigene Antworten im Cluster Motorik & Entwicklung: eine zu der Frage, ob ein Baby fernsehen darf, und eine zu der Frage, wie viel Bildschirmzeit für ein Kind zwischen zwei und drei in Ordnung ist.

Was schadet

Hier ist die Datenlage besser als bei allem anderen in dieser Antwort, und sie ist eindeutig.

Moderate Evidenz#a29

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2016 wertete 75 Studien mit 111 Effektstärken zu Schlägen als Erziehungsmittel aus, die zusammen 160.927 Kinder betrafen. 13 von 17 zusammengefassten Effektstärken unterschieden sich deutlich von null, und alle wiesen in dieselbe Richtung: Schläge waren mit einem erhöhten Risiko für nachteilige Folgen beim Kind verbunden.

Quellen: Journal of Family Psychology 2016

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Moderate Evidenz#a30

Dieselbe Meta-Analyse prüfte ausdrücklich, ob sich die Effektstärken für Schläge von denen für körperliche Misshandlung unterscheiden, und ob sie vom Studiendesign abhängen. Sie fand in beiden Fragen keinen wesentlichen Unterschied.

Quellen: Journal of Family Psychology 2016

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Das sind Beobachtungsdaten, keine randomisierten Studien; niemand teilt Kinder für eine Studie in eine Gruppe mit und eine ohne Schläge ein. Die Richtung ist über 111 Effektstärken hinweg gleich, und eine amtliche Leitlinie zieht denselben Schluss.

Moderate Evidenz#a31

Die Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation zu Elterntrainings nennt als Ziel ausdrücklich, harte Erziehung zu verringern, und beschreibt als Kernbestandteil wirksamer Programme, dass sie Eltern Alternativen zu harter Bestrafung beibringen.

Quellen: WHO 2022

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Moderate Evidenz#a32

Als Kernbestandteile mit mittlerer bis starker Evidenzgrundlage nennt dieselbe Leitlinie fünf Gruppen: gewaltfreie Disziplinierungstechniken, positive Verstärkung durch Loben und Belohnen erwünschten Verhaltens, vorausschauende Erziehungstechniken mit klaren Familien- und Haushaltsregeln, dem Beobachten des kindlichen Verhaltens und positiven, direkten Aufforderungen, Fähigkeiten der Eltern zur Steuerung ihrer selbst und die Verbesserung der Eltern-Kind-Beziehung, etwa durch kindgeleitetes Spiel.

Quellen: WHO 2022

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In Deutschland ist die Sache damit nicht nur eine Frage der Wirksamkeit. § 1631 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs lautet: „Das Kind hat ein Recht auf Pflege und Erziehung unter Ausschluss von Gewalt, körperlichen Bestrafungen, seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen.“ Das ist geltendes Recht, keine Studie, und steht deshalb nicht in einem Aussage-Block.

Quellen

  1. Kindliches Trotzverhalten – wie damit umgehen? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  2. Temper tantrums in young children: 1. Behavioral composition · Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics, 2003 · Querschnittsstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1097/00004703-200306000-00002 · abgerufen 2026-09-08
  3. Temper tantrums in young children: 2. Tantrum duration and temporal organization · Journal of Developmental and Behavioral Pediatrics, 2003 · Querschnittsstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1097/00004703-200306000-00003 · abgerufen 2026-09-07
  4. WHO guidelines on parenting interventions to prevent maltreatment and enhance parent-child relationships with children aged 0-17 years · WHO, 2022 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
  5. Group-based parent training programmes for improving emotional and behavioural adjustment in young children (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD003680.pub3 · abgerufen 2026-09-08
  6. Digital Ecosystems, Children, and Adolescents: Policy Statement · American Academy of Pediatrics, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1542/peds.2025-075320 · abgerufen 2026-09-08
  7. Spanking and child outcomes: Old controversies and new meta-analyses · Journal of Family Psychology, 2016 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1037/fam0000191 · abgerufen 2026-09-08
  8. Defining the developmental parameters of temper loss in early childhood: implications for developmental psychopathology · Journal of Child Psychology and Psychiatry, 2012 · Querschnittsstudie · Stufe 3: Primärstudie · DOI 10.1111/j.1469-7610.2012.02595.x · abgerufen 2026-09-08
  9. Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08

Versionshistorie

  • v4 · 9. September 2026 · Altersbereich auf die Quellenlage verengt und freigegeben. (Redaktion)
  • v3 · 8. September 2026 · Konsistenzentscheidung Freigabe-Sitzung Punkt 4l: Querverweis auf die Bildschirmmedien-Antworten korrigiert, da ant-0035 und ant-0054 in den Cluster Motorik & Entwicklung verschoben wurden (Redaktion)
  • v2 · 8. September 2026 · Überarbeitung nach Evidenz-Review 2026-09-07: Wakschlag-Merkmale korrigiert, WHO-Empfehlung 5 und Komponentenliste ergänzt, Barlow-Sensitivitätsanalyse ergänzt, Mehrfachbehauptungen getrennt, Absenzaussagen in Blöcke überführt, Arztliste abgeglichen und Verweise auf ant-0034 und ant-0053 ergänzt (Redaktion)
  • v1 · 7. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 9. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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