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Stand: 28.09.2026 · Version 2
Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.
Fieber & Infekte
Wann werden Durchfall und Erbrechen bei meinem Kind gefährlich?
Gefährlich werden Durchfall und Erbrechen vor allem durch Austrocknung, die bei Säuglingen und Kleinkindern innerhalb weniger Stunden eintreten kann; Warnzeichen sind unter anderem ein trockener Mund, seltener Urin, Teilnahmslosigkeit, Blut im Stuhl und ein Kind, das nicht trinkt. Die Leitlinie empfiehlt zum Ausgleich eine Trinklösung aus der Apotheke und für jeden Säugling mit Magen-Darm-Infekt eine ärztliche Vorstellung.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.
Normalbereich
Dieser Abschnitt beschreibt, wie ein Magen-Darm-Infekt gewöhnlich verläuft und woran du erkennst, dass dein Kind zu viel Flüssigkeit verliert.
Die S2k-Leitlinie zur akuten infektiösen Gastroenteritis im Kindesalter nennt sie eines der häufigsten Krankheitsbilder bei Kindern: Säuglinge und Kleinkinder sind mit jährlich circa 1 bis 2 Episoden am häufigsten betroffen. Bei Kindern unter fünf Jahren werden am häufigsten Norovirus-Infektionen gemeldet, danach Rotavirus-Infektionen.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Dieselbe Leitlinie schreibt: „In Europa ist die AGE eher mild und selbstlimitierend, die klinische Situation kann sich aber auch schnell verschlechtern.“ AGE steht dort für die akute Gastroenteritis.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Nach den Ratgebern des Robert Koch-Instituts bestehen die Beschwerden bei einem Norovirus-Infekt ohne Grunderkrankung etwa 12 bis 48 Stunden, bei einem Rotavirus-Infekt in der Regel 2 bis 6 Tage. Die Rotavirus-Erkrankung verläuft bei Säuglingen und Kleinkindern durchschnittlich schwerer als Durchfallerkrankungen durch andere Erreger.
Worauf es in diesen Tagen ankommt, zeigen die nächsten Aussagen.
Am stärksten gefährdet sind nach der Elterninformation der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Säuglinge und Kleinkinder bis zwei Jahre. Bei kleinen Kindern kann heftiger Durchfall, besonders zusammen mit Erbrechen, schon innerhalb weniger Stunden zu einer starken Austrocknung führen.
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
Im Elternmerkblatt der Leitlinie heißt es: „Säuglinge und Kleinkinder können sehr schnell austrocknen und werden dann zunehmend schwächer.“ Ein starker Flüssigkeitsmangel kann nach demselben Merkblatt lebensbedrohlich sein.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Woran du eine Austrocknung erkennst, beschreiben die Quellen mit leicht unterschiedlichen Zeichen.
Das Merkblatt der Leitlinie nennt als Beispiele, dass die Mundschleimhaut trocken wird, die Fontanelle bei Säuglingen einsinkt oder Hautfalten stehen bleiben. Bei Säuglingen und Kleinkindern spricht es bei einem Gewichtsverlust von mehr als einem Zehntel des Körpergewichts von deutlicher Austrocknung; dann sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt: „Ein trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit und tiefe Atmung durch den Mund sind typische Anzeichen für eine drohende Austrocknung.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Was dahintersteckt
Die Erreger greifen die Darmschleimhaut an, und der Darm kann Wasser und Salze nicht mehr ausreichend aus dem Speisebrei zurückholen. „Mit dem wässrigen Stuhl gehen so in kurzer Zeit große Mengen an Flüssigkeit und Blutsalzen verloren, der Körper trocknet aus.“
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
Im Mittelpunkt steht deshalb, das Verlorene zu ersetzen. Womit, ist der Punkt, an dem sich die Quellen dieser Antwort unterscheiden.
Die Leitlinie empfiehlt mit starker Empfehlung und einer Konsensstärke von 100 Prozent, als Standardtherapie der Austrocknung rasch eine orale Rehydration mit einer Glukose-Elektrolytlösung zu beginnen, also einer Trinklösung aus Traubenzucker und Salzen.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Das Merkblatt der Leitlinie schreibt: „Deshalb ist es besonders wichtig, von Anfang an eine spezielle Traubenzucker-Salz Mischung zu verabreichen.“ Dafür sollen Elektrolytpulver aus der Apotheke verwendet werden, und Säuglinge sollen weiter gestillt werden.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Zeigt dein Kind noch keine Zeichen der Austrocknung, ersetzt du nach der Elterninformation die abgeschätzte verlorene Flüssigkeit mit der Trinklösung: bei Säuglingen 50 bis 100 Milliliter, bei Kleinkindern 100 bis 150 Milliliter nach jedem flüssigen Stuhl oder Erbrechen.
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
Zeigt dein Kind schon Zeichen der Austrocknung, braucht es nach der Elterninformation in den ersten 3 bis 4 Stunden 40 bis 50 Milliliter Trinklösung pro Kilogramm Körpergewicht. Die Leitlinie nennt dieselbe Menge über 4 Stunden als Geschwindigkeit der Rehydration.
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019, Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Auch wenn dein Kind erbricht, soll die Trinklösung nach der Leitlinie versucht werden: 5 Milliliter alle 1 bis 2 Minuten mit Löffel oder Spritze, idealerweise gegeben von einer vertrauten Person, sind meist wirksam.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Bei Erbrechen rät die Elterninformation, anfangs alle 2 Minuten kleine Mengen mit einem Teelöffel oder einer Spritze zu geben und erst nachdem auf diese Weise 100 bis 200 Milliliter getrunken wurden, größere Mengen auf einmal aus Becher oder Flasche anzubieten, zum Beispiel 30 bis 50 Milliliter alle 15 Minuten. Erbricht das Kind nicht, kannst du nach derselben Information gleich mit den größeren Mengen beginnen. „Mischen Sie die Trinklösung nicht mit anderen Flüssigkeiten wie Milch, Saft oder Softdrinks!“
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
Zur Zubereitung warnt dieselbe Information: „Bitte beachten Sie immer genau die Gebrauchsanleitung dieser Trinklösungen, denn ein zu geringer oder zu hoher Verdünnungsgrad kann gefährliche Folgen haben!“
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
Die Leitlinie enthält zwar ein Rezept für eine selbst gemischte Lösung für den Notfall, weist aber nachdrücklich auf das große Risiko von Fehlern bei der Zubereitung hin. „Es wird deshalb empfohlen, abgepackte fertige Pulvermischungen aus der Apotheke zu verwenden.“
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Die nächsten beiden Aussagen betreffen Getränke und Hausmittel, die sich nicht eignen.
Mit starker negativer Empfehlung hält die Leitlinie fest: „Koffeinhaltige Getränke, Limonaden oder Fruchtsäfte sollen bei Dehydration nicht zur oralen Rehydration verwendet werden.“ An anderer Stelle zählt sie auch Tee zu den ungeeigneten Getränken.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Die Elterninformation schreibt: „Cola-Getränke, Salzstangen, lange „Teepausen“ und eine tagelange „Durchfalldiät“ mit fettarmen Speisen sind zur Behandlung ungeeignet.“
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
„Bei Stillkindern soll Muttermilch von Anfang an parallel zur oralen Rehydrations-Lösung verabreicht werden.“ Nach der Leitlinie erhöht eine Stillpause in Studien das Risiko einer Austrocknung signifikant.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Ohne Austrocknung soll nach der Leitlinie die gewohnte altersentsprechende Nahrung angeboten werden, und nach einer Rehydration soll die normale Kost möglichst früh wieder beginnen, noch während oder nach den ersten 4 bis 6 Stunden.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Spezielle Diäten sollen zum Kostaufbau nicht eingesetzt werden, und es gibt nach der Leitlinie „genügend Evidenz, keine verdünnte Milch zu verabreichen“. Auch die Elterninformation nennt für Säuglinge Muttermilch oder die übliche Flaschennahrung in normaler Konzentration, nicht verdünnt.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024, DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
An diesem Punkt weichen die Elternseiten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ab: Die Seite zu Durchfall rät, einem Flaschenkind die Säuglingsmilch in verdünnter Form weiterzugeben, und nennt für Kleinkinder etwa vier Stunden ohne feste Nahrung sowie gesüßten Tee mit einer Prise Salz. Auch die Seite zu Erbrechen nennt für etwa vier Stunden nur Tee in kleinen Mengen, eine Trinklösung nennt sie nicht.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Die S2k-Leitlinie und die Elterninformation der Fachgesellschaft, die die Seite zu Durchfall selbst als Quellen angibt, raten beide von verdünnter Milch ab. Die Leitlinie zählt Tee zu den ungeeigneten Getränken und rät bei Kindern ohne Austrocknung von Teepausen ab; bei Austrocknung sieht auch sie die Kost erst während oder nach den ersten 4 bis 6 Stunden der Rehydration vor. Die Elterninformation nennt lange Teepausen ungeeignet.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024, DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Diese Antwort folgt an dieser Stelle der Leitlinie und der Elterninformation der Fachgesellschaft, die beide dasselbe sagen. Warum zu stark verdünnte Flaschennahrung für Säuglinge riskant ist, steht in der Antwort „Ab wann darf mein Baby Wasser oder Tee trinken?“.
Zu Medikamenten sind die Quellen zurückhaltend.
„Die Gabe zahlreicher Medikamente ist bei Brechdurchfall im Säuglings- und Kleinkindalter nicht nur sinnlos, sondern gefährlich.“ Die wenigen Mittel, die bei frühem Einsatz die Durchfalldauer verkürzen können, sind nach der Elterninformation eine Ergänzung und kein Ersatz für die Trinklösung; über sie entscheidest du gemeinsam mit der Kinderarztpraxis.
Quellen: DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2019
Zum Rotavirus-Infekt schreibt das Robert Koch-Institut: „Antibiotika und Mittel, die die Darmmotilität hemmen, sind nicht indiziert.“ Gemeint sind Mittel, die die Darmbewegung bremsen.
Quellen: RKI 2019
Gegen Rotaviren können Säuglinge nach dem Merkblatt der Leitlinie ab der sechsten Lebenswoche mit einer Schluckimpfung geschützt werden, die nachweislich die Ansteckungsrate verringert.
Quellen: Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE) 2024
Bis zu welchem Alter die Rotavirus-Impfserie abgeschlossen sein muss, steht in der Antwort „Wir haben Impfungen verpasst. Wie holen wir sie nach?“.
Quellen
- S2k-Leitlinie Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter – Update 2024 (AWMF 068-003), Version 4.1 · Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE), 2024 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- RKI-Ratgeber Norovirus-Gastroenteritis · RKI, 2019 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- RKI-Ratgeber Rotaviren-Gastroenteritis · RKI, 2019 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- DGKJ-Elterninformation: Mein Kind hat Durchfall · DGKJ / Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE), 2019 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Erbrechen bei Babys und Kleinkindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Durchfall bei Babys und Kleinkindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Wann unbedingt ärztliche Hilfe nötig ist · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
Versionshistorie
- v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.
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Maschinenlesbar: wann-werden-durchfall-und-erbrechen-bei-meinem-kind-gefaehrlich.json, siehe Schnittstelle und Nutzungsbedingungen.