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  "frage": "Wann werden Durchfall und Erbrechen bei meinem Kind gefährlich?",
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  "kurzantwort": "Gefährlich werden Durchfall und Erbrechen vor allem durch Austrocknung, die bei Säuglingen und Kleinkindern innerhalb weniger Stunden eintreten kann; Warnzeichen sind unter anderem ein trockener Mund, seltener Urin, Teilnahmslosigkeit, Blut im Stuhl und ein Kind, das nicht trinkt. Die Leitlinie empfiehlt zum Ausgleich eine Trinklösung aus der Apotheke und für jeden Säugling mit Magen-Darm-Infekt eine ärztliche Vorstellung.",
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      "text": "Die S2k-Leitlinie zur akuten infektiösen Gastroenteritis im Kindesalter nennt sie eines der häufigsten Krankheitsbilder bei Kindern: Säuglinge und Kleinkinder sind mit jährlich circa 1 bis 2 Episoden am häufigsten betroffen. Bei Kindern unter fünf Jahren werden am häufigsten Norovirus-Infektionen gemeldet, danach Rotavirus-Infektionen."
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        "rki-ratgeber-norovirus-2019",
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      ],
      "text": "Nach den Ratgebern des Robert Koch-Instituts bestehen die Beschwerden bei einem Norovirus-Infekt ohne Grunderkrankung etwa 12 bis 48 Stunden, bei einem Rotavirus-Infekt in der Regel 2 bis 6 Tage. Die Rotavirus-Erkrankung verläuft bei Säuglingen und Kleinkindern durchschnittlich schwerer als Durchfallerkrankungen durch andere Erreger."
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      "text": "Am stärksten gefährdet sind nach der Elterninformation der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Säuglinge und Kleinkinder bis zwei Jahre. Bei kleinen Kindern kann heftiger Durchfall, besonders zusammen mit Erbrechen, schon innerhalb weniger Stunden zu einer starken Austrocknung führen."
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        "gpge-gastroenteritis-2024"
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      "text": "Im Elternmerkblatt der Leitlinie heißt es: „Säuglinge und Kleinkinder können sehr schnell austrocknen und werden dann zunehmend schwächer.“ Ein starker Flüssigkeitsmangel kann nach demselben Merkblatt lebensbedrohlich sein."
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        "gpge-gastroenteritis-2024"
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      "text": "Das Merkblatt der Leitlinie nennt als Beispiele, dass die Mundschleimhaut trocken wird, die Fontanelle bei Säuglingen einsinkt oder Hautfalten stehen bleiben. Bei Säuglingen und Kleinkindern spricht es bei einem Gewichtsverlust von mehr als einem Zehntel des Körpergewichts von deutlicher Austrocknung; dann sollte immer ein Arzt aufgesucht werden."
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      "text": "Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt: „Ein trockener Mund, weiße Haut, Schläfrigkeit und tiefe Atmung durch den Mund sind typische Anzeichen für eine drohende Austrocknung.“"
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      "text": "Die Erreger greifen die Darmschleimhaut an, und der Darm kann Wasser und Salze nicht mehr ausreichend aus dem Speisebrei zurückholen. „Mit dem wässrigen Stuhl gehen so in kurzer Zeit große Mengen an Flüssigkeit und Blutsalzen verloren, der Körper trocknet aus.“"
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      "text": "Die Leitlinie empfiehlt mit starker Empfehlung und einer Konsensstärke von 100 Prozent, als Standardtherapie der Austrocknung rasch eine orale Rehydration mit einer Glukose-Elektrolytlösung zu beginnen, also einer Trinklösung aus Traubenzucker und Salzen."
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        "gpge-gastroenteritis-2024"
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      "text": "Das Merkblatt der Leitlinie schreibt: „Deshalb ist es besonders wichtig, von Anfang an eine spezielle Traubenzucker-Salz Mischung zu verabreichen.“ Dafür sollen Elektrolytpulver aus der Apotheke verwendet werden, und Säuglinge sollen weiter gestillt werden."
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      "text": "Zeigt dein Kind noch keine Zeichen der Austrocknung, ersetzt du nach der Elterninformation die abgeschätzte verlorene Flüssigkeit mit der Trinklösung: bei Säuglingen 50 bis 100 Milliliter, bei Kleinkindern 100 bis 150 Milliliter nach jedem flüssigen Stuhl oder Erbrechen."
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      "text": "Zeigt dein Kind schon Zeichen der Austrocknung, braucht es nach der Elterninformation in den ersten 3 bis 4 Stunden 40 bis 50 Milliliter Trinklösung pro Kilogramm Körpergewicht. Die Leitlinie nennt dieselbe Menge über 4 Stunden als Geschwindigkeit der Rehydration."
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      "text": "Bei Erbrechen rät die Elterninformation, anfangs alle 2 Minuten kleine Mengen mit einem Teelöffel oder einer Spritze zu geben und erst nachdem auf diese Weise 100 bis 200 Milliliter getrunken wurden, größere Mengen auf einmal aus Becher oder Flasche anzubieten, zum Beispiel 30 bis 50 Milliliter alle 15 Minuten. Erbricht das Kind nicht, kannst du nach derselben Information gleich mit den größeren Mengen beginnen. „Mischen Sie die Trinklösung nicht mit anderen Flüssigkeiten wie Milch, Saft oder Softdrinks!“"
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      "text": "Spezielle Diäten sollen zum Kostaufbau nicht eingesetzt werden, und es gibt nach der Leitlinie „genügend Evidenz, keine verdünnte Milch zu verabreichen“. Auch die Elterninformation nennt für Säuglinge Muttermilch oder die übliche Flaschennahrung in normaler Konzentration, nicht verdünnt."
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      "text": "Die S2k-Leitlinie und die Elterninformation der Fachgesellschaft, die die Seite zu Durchfall selbst als Quellen angibt, raten beide von verdünnter Milch ab. Die Leitlinie zählt Tee zu den ungeeigneten Getränken und rät bei Kindern ohne Austrocknung von Teepausen ab; bei Austrocknung sieht auch sie die Kost erst während oder nach den ersten 4 bis 6 Stunden der Rehydration vor. Die Elterninformation nennt lange Teepausen ungeeignet."
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      "text": "„Die Gabe zahlreicher Medikamente ist bei Brechdurchfall im Säuglings- und Kleinkindalter nicht nur sinnlos, sondern gefährlich.“ Die wenigen Mittel, die bei frühem Einsatz die Durchfalldauer verkürzen können, sind nach der Elterninformation eine Ergänzung und kein Ersatz für die Trinklösung; über sie entscheidest du gemeinsam mit der Kinderarztpraxis."
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      "text": "Zum Rotavirus-Infekt schreibt das Robert Koch-Institut: „Antibiotika und Mittel, die die Darmmotilität hemmen, sind nicht indiziert.“ Gemeint sind Mittel, die die Darmbewegung bremsen."
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        "gpge-gastroenteritis-2024"
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      "text": "Gegen Rotaviren können Säuglinge nach dem Merkblatt der Leitlinie ab der sechsten Lebenswoche mit einer Schluckimpfung geschützt werden, die nachweislich die Ansteckungsrate verringert."
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        "gpge-gastroenteritis-2024"
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      "text": "Die Leitlinie schreibt: „Elterliche Angaben von Dehydrationssymptomen sind meist unspezifisch und daher ebenso ungeeignet.“ Die Schwere einer Austrocknung lässt sich nach ihr nur durch eine Untersuchung am entkleideten Kind beurteilen. Berichten Eltern dagegen über eine normale Urinmenge, spricht das nach der Leitlinie zuverlässig gegen eine schwere Austrocknung."
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      "text": "Wegen eines erhöhten Komplikationsrisikos soll nach der Leitlinie, mit starker Empfehlung, eine ärztliche Vorstellung erfolgen bei jedem Säugling, bei Kindern mit hohem Fieber, bei eingeschränkter Wachheit, bei starken Bauchschmerzen, bei anhaltender Trink- und Nahrungsverweigerung, bei relevanten Flüssigkeitsverlusten durch häufiges Erbrechen oder Durchfälle, bei blutigen oder länger anhaltenden Durchfällen und bei einer schweren Grunderkrankung."
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      "text": "Die Leitlinie legt offen, wie gut diese Liste belegt ist: „Für die einzelnen „red flags“ gibt es wenig Evidenz, auch wenn jeweils starke Empfehlungen für ihre Beachtung ausgesprochen werden“. Red flags heißt Warnzeichen."
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      "text": "Die Elterninformation nennt als Anlässe, umgehend die Kinderarztpraxis oder die Notfallambulanz einer Kinderklinik aufzusuchen: ein Kind jünger als 7 Monate oder leichter als 8 Kilogramm, besonders ein Frühgeborenes; eine bekannte Grundkrankheit; hohes Fieber über 39,5 Grad Celsius; auffälliges Verhalten wie Hinfälligkeit, Gereiztheit, schrilles Schreien oder Trinkschwäche; mehr als 8 bis 10 große wässrige Stühle am Tag; unstillbares Erbrechen; ein Kind, das trotz Zeichen der Austrocknung die Trinklösung verweigert oder dessen Zustand sich trotz Trinklösung verschlechtert; blutige Durchfälle mit mehr als einzelnen Blutfäden; und Eltern, die sich überfordert oder unsicher fühlen."
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      "text": "Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt als Anlässe, unverzüglich die Kinderarztpraxis aufzusuchen: weißen Stuhl bei einem gestillten Kind, blutigen Durchfall, ein Kind, das sich nicht zum Trinken bewegen lässt, Erbrechen zusammen mit Fieber und Durchfall, hohes Fieber oder Bauchschmerzen, trockene Lippen und Zunge bei seltener als alle 8 Stunden Urin, eine sehr angespannte Bauchdecke sowie bei einem Säugling mehr als vier und bei einem Kleinkind mehr als sechs Durchfälle in 24 Stunden."
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      "text": "Als Zeichen, bei denen man mit dem Kind sofort eine ärztliche Praxis aufsuchen oder einen notärztlichen Dienst rufen sollte, nennt das Bundesinstitut unter anderem Teilnahmslosigkeit und auffällige Ruhe, eine Bewusstseinsstörung, bei der das Kind verwirrt wirkt oder nicht ansprechbar ist, und einen Krampfanfall. Für die notärztliche Versorgung nennt es die Telefonnummer 112. Bei Fieber hält es ärztliche Hilfe oder Abklärung unter anderem dann für nötig, wenn sich weitere Krankheitszeichen zeigen, zum Beispiel Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen."
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      "id": "gpge-gastroenteritis-2024",
      "name": "S2k-Leitlinie Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter – Update 2024 (AWMF 068-003), Version 4.1",
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  "nutzungsbedingungen": "https://eltern-wiki.de/api-doku",
  "hinweis": "Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117."
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