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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/soll-ich-mich-in-der-schwangerschaft-gegen-rsv-impfen-lassen-oder-bekommt-besser-mein-baby-nach-der-geburt-den-antikoerper

Stand: 29.09.2026 · Version 2

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Schwangerschaft

Soll ich mich in der Schwangerschaft gegen RSV impfen lassen, oder bekommt besser mein Baby nach der Geburt den Antikörper?

Ist das normal?Moderate EvidenzAlter: vor der GeburtGeprüft am 29. September 2026

Die Ständige Impfkommission empfiehlt für den Schutz deines Babys den Antikörper nach der Geburt und hat für die RSV-Impfung in der Schwangerschaft keine Empfehlung; die Impfung ist aber zugelassen, nach ärztlicher Beratung möglich und wird von den gynäkologischen Fachgesellschaften ab Schwangerschaftswoche 32 als gemeinsame Entscheidung empfohlen. Beides zusammen braucht ein gesundes, reif geborenes Baby in der Regel nicht, wenn die Impfung mindestens zwei Wochen vor der Geburt lag.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 29. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.

Normalbereich

RSV ist das Respiratorische Synzytial-Virus. Diese Antwort vergleicht zwei Wege: eine Impfung für dich in der Schwangerschaft und einen Antikörper, der deinem Baby gespritzt wird.

Moderate Evidenz#a1

Die Ständige Impfkommission empfiehlt allen Neugeborenen und Säuglingen einen lang wirksamen Antikörper gegen RSV für ihre erste RSV-Saison. Eine Empfehlung zur RSV-Impfung in der Schwangerschaft gibt es derzeit nicht; die Kommission will ihre Empfehlung regelmäßig prüfen, ausdrücklich auch mit Blick auf eine mögliche Impfung in der Schwangerschaft.

Quellen: STIKO / RKI 2026, Robert Koch-Institut 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a2

Ein Impfstoff für Schwangere ist in der Europäischen Union seit 2023 zugelassen, für die 24. bis 36. Schwangerschaftswoche. Dass die Kommission ihn trotzdem nicht empfiehlt, begründet das Robert Koch-Institut damit, dass mit dem Antikörper „eine wirksame, von der STIKO empfohlene und gut akzeptierte Alternative für den Schutz von Neugeborenen und Säuglingen zur Verfügung“ steht. Die Impfung in der Schwangerschaft ist im Rahmen der Zulassung und nach individueller ärztlicher Beratung trotzdem möglich.

Quellen: Robert Koch-Institut 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a3

Die gynäkologischen und geburtsmedizinischen Fachgesellschaften haben sich im November 2023 geäußert, als nach ihren Worten eine Bewertung der Ständigen Impfkommission für die bevorstehende RSV-Saison noch ausstand. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme empfehlen sie Schwangeren die saisonale RSV-Impfung ab der 32. Schwangerschaftswoche „in informierter partizipativer Entscheidungsfindung“, also nach Aufklärung und gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt entschieden. Das Robert Koch-Institut gibt diese Empfehlung in seinem Ratgeber wieder.

Quellen: Robert Koch-Institut 2026, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023

Einspruch oder Ergänzung

Und wenn du geimpft bist: Braucht dein Baby dann noch den Antikörper?

Moderate Evidenz#a4

Ein gesundes Neugeborenes, dessen Mutter in der aktuellen Schwangerschaft gegen RSV geimpft wurde, braucht wegen des Nestschutzes in der Regel keinen Antikörper mehr. Zusätzlich empfohlen wird er, wenn die Impfung weniger als zwei Wochen vor der Geburt lag oder wenn das Baby Risikofaktoren hat, etwa eine Frühgeburt, eine bronchopulmonale Dysplasie, einen relevanten Herzfehler, eine Trisomie 21, eine schwere Immunschwäche oder eine neuromuskuläre Erkrankung.

Quellen: Robert Koch-Institut 2026, STIKO / RKI 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a5

Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für ein Mutter-Kind-Paar entweder die Impfung in der Schwangerschaft oder den Antikörper, nicht beides. In Ländern mit hohem Einkommen hält sie beides zusammen für erwägbar, aber aufwendiger in der Umsetzung. Ausnahmen sind eine Impfung weniger als 14 Tage vor der Geburt und Babys mit hohem Risiko, die erst mit mehr als 6 Monaten in ihre erste RSV-Saison kommen. Beide Wege hält sie für sicher und wirksam; welchen ein Land wählt, soll nach Kosten, Versorgung und Umsetzbarkeit entschieden werden.

Quellen: World Health Organization (WHO) 2025

Einspruch oder Ergänzung

Wann dein Baby den Antikörper bekommt und wie gut er wirkt, steht in der Antwort „Braucht mein Baby die RSV-Prophylaxe?“.

Was dahintersteckt

Wie gut die Impfung in der Schwangerschaft wirkt

Moderate Evidenz#a6

In der Zulassungsstudie wurden 3.695 Schwangere zwischen der 24. und 36. Woche geimpft und 3.697 bekamen ein Placebo. Schwere RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege in den ersten 90 Lebenstagen traten bei 6 Babys der Impfgruppe und bei 33 der Placebogruppe auf, eine Wirksamkeit von 81,8 Prozent. Bis zum 180. Lebenstag waren es 19 gegenüber 62 Fällen, eine Wirksamkeit von 69,4 Prozent.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023

Einspruch oder Ergänzung

Starke Evidenz#a7

Ein Cochrane-Review von 2024 fand in vier randomisierten Studien mit 12.216 Babys, dass die Impfung Krankenhausaufenthalte der Babys wegen einer im Labor bestätigten RSV-Erkrankung etwa halbiert. In Zahlen: Von 1.000 Babys ungeimpfter Mütter kamen 22 ins Krankenhaus, bei geimpften Müttern 11 weniger. Die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses stufen die Autorinnen und Autoren als hoch ein.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2024

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Moderate Evidenz#a8

Nach der Impfung in der Schwangerschaft wurde ein Schutz der Babys vor schweren RSV-Erkrankungen der unteren Atemwege von der Geburt bis 180 Tage danach gezeigt, also etwa 6 Monate. Der Antikörper wirkt nach dem Robert Koch-Institut sofort und etwa 5 bis 6 Monate lang.

Quellen: Robert Koch-Institut 2026

Einspruch oder Ergänzung

Schwache Evidenz#a9

Zum besten Zeitpunkt der Impfung gibt es nach den Fachgesellschaften nur begrenzte Daten. Eine nachträgliche Auswertung der Zulassungsstudie fand eine höhere Wirksamkeit, wenn zwischen der 30. und 36. Woche geimpft wurde, als bei einer Impfung vor der 30. Woche.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a10

Nach der Weltgesundheitsorganisation gehen die meisten Antikörper auf das Baby über, wenn die Impfung mehr als zwei Wochen vor der Geburt liegt.

Quellen: World Health Organization (WHO) 2025

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Was über die Sicherheit bekannt ist

Moderate Evidenz#a11

Die häufigsten Nebenwirkungen in der Zulassungsstudie waren Schmerzen an der Einstichstelle bei 41 von 100 Geimpften, Kopfschmerzen bei 31 und Muskelschmerzen bei 27 von 100, leicht bis mittelschwer und höchstens 3 Tage lang.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023

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Schwache Evidenz#a12

In der Zulassungsstudie kamen in der Impfgruppe etwas mehr Frühgeburten vor als in der Placebogruppe, der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Der Cochrane-Review spricht von einem möglichen Sicherheitssignal, das weiter untersucht werden muss: Auf 51 Frühgeburten pro 1.000 Babys in der Placebogruppe kämen nach seiner Schätzung etwa 8 weitere, die Spanne reicht aber von 1 weniger bis 18 mehr, und die Evidenz ist sehr unsicher. Das Signal stammt nach dem Review vor allem aus einer einzigen Studie, die bei seinem Abschluss noch nicht vollständig veröffentlicht war.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023, Cochrane Database of Systematic Reviews 2024

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Schwache Evidenz#a13

Die Weltgesundheitsorganisation nennt für die randomisierte Studie zahlenmäßige Ungleichgewichte bei Frühgeburten und bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft, die weiter beobachtet werden sollen. In Daten aus dem Versorgungsalltag wurden sie nach ihrer Zusammenfassung bislang nicht beobachtet.

Quellen: World Health Organization (WHO) 2025

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Moderate Evidenz#a14

Wegen dieses Frühgeburten-Befunds hat die amerikanische Arzneimittelbehörde die Impfung auf die 32. bis 36. Schwangerschaftswoche beschränkt. Die deutschen Fachgesellschaften haben sich dieser Grenze angeschlossen, deshalb gilt ihre Empfehlung erst ab der 32. Woche, obwohl die europäische Zulassung ab der 24. Woche reicht.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023

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Moderate Evidenz#a15

Für Fehlbildungen und Wachstumsstörungen im Mutterleib fand der Cochrane-Review keine Sicherheitsbedenken. Bei Totgeburten und Todesfällen von Müttern und Babys zeigen die bisherigen Daten keinen klaren Unterschied, die Evidenz dafür ist aber gering bis sehr gering.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2024

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Was offen ist

Moderate Evidenz#a16

Offen ist nach den Fachgesellschaften, ob in einer späteren Schwangerschaft erneut geimpft werden muss und ob bei drohender Frühgeburt früher geimpft werden sollte; Schwangerschaften mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko waren in der Zulassungsstudie nicht eingeschlossen. In die Beratung sollen deshalb die Risiken für Schwangerschaft, Mutter und Kind und der Wunsch der Eltern einfließen.

Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften 2023

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Moderate Evidenz#a17

Frühgeborene bekommen nach dem Robert Koch-Institut weniger Antikörper von der Mutter mit und können deshalb schon in den ersten Lebenswochen schwer an RSV erkranken.

Quellen: Robert Koch-Institut 2026

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Moderate Evidenz#a18

Wir haben die Zusammenfassung der Weltgesundheitsorganisation und den Cochrane-Review durchgesehen: Keine der beiden nennt eine Studie, die die Impfung in der Schwangerschaft und den Antikörper nach der Geburt direkt gegeneinander prüft; der Cochrane-Review verglich die Impfung nur mit Placebo. Als offene Forschungsfragen zur Impfung nennt die Weltgesundheitsorganisation unter anderem Wirksamkeit und Sicherheit in späteren Schwangerschaften, die Wirksamkeit bei einer Impfung weniger als 14 Tage vor der Geburt und bei Frühgeborenen.

Quellen: World Health Organization (WHO) 2025, Cochrane Database of Systematic Reviews 2024

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Quellen

  1. Beschluss und wissenschaftliche Begründung zur spezifischen Prophylaxe von RSV-Erkrankungen mit langwirksamen monoklonalen Antikörpern (derzeit: Clesrovimab oder Nirsevimab) bei Neugeborenen und Säuglingen in ihrer 1. RSV-Saison, Epidemiologisches Bulletin 37/2026 · STIKO / RKI, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.25646/14417 · abgerufen 2026-09-28
  2. Antworten auf häufig gestellte Fragen – RSV-Prophylaxe mit monoklonalen Antikörpern bei Neugeborenen und Säuglingen · Robert Koch-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  3. RKI-Ratgeber RSV-Infektionen · Robert Koch-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
  4. Stellungnahme zur RSV-Impfung für Schwangere · Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und weitere perinatologische Fachgesellschaften, 2023 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-29
  5. Immunization to protect infants against Respiratory Syncytial Virus (RSV) disease, May 2025: Summary of WHO Position Paper · World Health Organization (WHO), 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-29
  6. Respiratory syncytial virus vaccination during pregnancy for improving infant outcomes (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2024 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD015134.pub2 · abgerufen 2026-09-29

Versionshistorie

  • v2 · 29. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v1 · 29. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 29. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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