Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/soll-ich-mein-kleinkind-gegen-grippe-impfen-lassen
Stand: 28.09.2026 · Version 2
Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.
Impfen
Soll ich mein Kleinkind gegen Grippe impfen lassen?
Wenn dein Kind eine chronische Grunderkrankung hat, etwa der Atemwege, des Herzens oder des Stoffwechsels oder eine Immunschwäche, oder wenn es einen Menschen mit einer solchen Erkrankung im Haushalt anstecken könnte, bei dem die Impfung selbst deutlich schlechter wirkt, ja: Dann empfiehlt die Ständige Impfkommission ab sechs Monaten jedes Jahr eine Grippeimpfung im Herbst oder Winter. Für andere gesunde Kinder spricht sie in Deutschland keine allgemeine Empfehlung aus, rät aber auch nicht ab, während etwa die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde ab sechs Monaten und Großbritannien ab zwei Jahren die Impfung auch gesunden Kindern empfehlen.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.
Was nachweislich hilft
Ob die Grippeimpfung für dein Kleinkind empfohlen ist, hängt in Deutschland vor allem an einer Frage: Hat es eine chronische Grunderkrankung?
Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine jährliche Grippeimpfung im Herbst oder Winter für Personen ab 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch eine Grunderkrankung. Als Beispiele nennt sie chronische Erkrankungen der Atmungsorgane einschließlich Asthma, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, Adipositas, chronische neurologische Erkrankungen, eine angeborene oder erworbene Immunschwäche und eine HIV-Infektion.
Quellen: STIKO / RKI 2026, Robert Koch-Institut 2026
Für Kinder und Jugendliche empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung nur, wenn sie zu einer dieser Indikationsgruppen gehören. Das Robert Koch-Institut schreibt dazu: „Es handelt sich nicht um eine Empfehlung zur generellen Impfung auch gesunder Kinder“.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026, Robert Koch-Institut 2026
Eine zweite Indikation kann auch ein gesundes Kind betreffen: Die Impfung ist außerdem für Personen empfohlen, die im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen anstecken können. Als Risikopersonen gelten dabei Menschen mit den genannten Grunderkrankungen, bei denen es Hinweise darauf gibt, dass die Grippeimpfung bei ihnen selbst deutlich schlechter wirkt.
Quellen: STIKO / RKI 2026
Für alle anderen gilt nach dem Robert Koch-Institut: „Dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Influenza-Impfung nur für bestimmte Personengruppen empfiehlt, bedeutet jedoch nicht, dass die STIKO von einer Influenzaimpfung anderer Personen abrät“. Bei Bedarf soll geklärt werden, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Zur Begründung und zur Krankheitslast bei kleinen Kindern:
„Eine Influenza-Erkrankung bei gesunden Kindern oder bei Erwachsenen unter 60 Jahren verläuft in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen.“
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Nach dem Robert Koch-Institut ist die Häufigkeit grippebedingter Krankenhauseinweisungen bei Kleinkindern und in der älteren Bevölkerung am höchsten; Todesfälle betreffen hauptsächlich die hohen Altersgruppen. Eine leichtere, aber häufige Komplikation bei Kindern ist die Mittelohrentzündung, und auch bei Kindern können nach einer Grippe schwere Erkrankungen mit Beatmungspflicht und Komplikationen am Herzmuskel oder am Gehirn auftreten.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Die Ständige Impfkommission hat die saisonale Grippeimpfung von Kindern und Jugendlichen nach Angaben des Robert Koch-Instituts priorisiert und arbeitet daran, Daten zu bewerten und eine Modellierung durchzuführen, um möglichst zügig eine Entscheidung zu ermöglichen. Diese Antwort des Instituts trägt den Stand vom 4. Dezember 2025.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Andere Länder haben anders entschieden. Das sind benannte Abweichungen von der deutschen Empfehlung, keine Empfehlungen für Deutschland.
Nach dem Robert Koch-Institut empfehlen einige EU-Länder die Grippeimpfung auch gesunden Kindern, darunter Finnland, Österreich und Frankreich, allerdings für unterschiedliche Altersgruppen, etwa von sechs Monaten bis zwei, fünf, zwölf oder achtzehn Jahren oder von zwei Jahren bis zum 18. Geburtstag.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Die Amerikanische Akademie für Kinderheilkunde empfiehlt für die Saison 2026/27 eine jährliche Grippeimpfung aller Kinder ab 6 Monaten, sofern keine medizinische Gegenanzeige besteht. Sie begründet das mit dem Schutz der Kinder selbst und ihres Umfelds.
Quellen: American Academy of Pediatrics, Committee on Infectious Diseases 2026
In Großbritannien empfahl die dortige Impfkommission 2012, das Grippeimpfprogramm auf alle Kinder von zwei bis unter siebzehn Jahren auszuweiten; die Einführung begann 2013 schrittweise, und welche Jahrgänge in einer Saison geimpft werden, legen die Landesteile jährlich fest. Bevorzugt wird dort ein Lebendimpfstoff, der als Nasenspray gegeben wird.
Quellen: UK Health Security Agency 2026
Den Unterschied erklärt das Robert Koch-Institut mit zwei Strategien: Deutschland impft gezielt Risikogruppen, die besonders vom Schutz profitieren. Die Impfung von Kindern kann bei hohen Impfquoten zusätzlich ältere Altersgruppen indirekt schützen, weil Kinder oft die Infektionsquelle sind.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Wie viel die Impfung bei gesunden Kindern bringt, hat eine Cochrane-Übersicht untersucht.
Nach der Cochrane-Übersicht von 2018 senken Totimpfstoffe bei Kindern von 2 bis 16 Jahren das Risiko einer nachgewiesenen Grippe innerhalb einer Saison von 30 auf 11 von 100; 5 Kinder müssen geimpft werden, damit eines keine Grippe bekommt. Die Autoren bewerten die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses als hoch. Wie groß der Nutzen tatsächlich ist, schwankte zwischen den Studien stark.
Für Kinder unter zwei Jahren fanden die Autoren nur sehr wenige randomisierte Studien. Daten zu Krankenhausaufenthalten fehlten, und Nebenwirkungen waren in den Studien schlecht beschrieben.
Wie gut die Impfung wirkt, wechselt von Saison zu Saison, je nachdem, wie gut der Impfstoff zu den zirkulierenden Viren passt. Nach dem Ratgeber des Robert Koch-Instituts lag die Wirksamkeit gegen eine im Labor bestätigte Grippe in Untersuchungen der letzten Jahre zwischen 40 und 60 Prozent; nach seinen häufig gestellten Fragen lag sie gegen im Labor bestätigte, grippebedingte Arztbesuche in europäischen und amerikanischen Studien der Saisons 2010/11 bis 2019/20 zwischen 20 und 60 Prozent.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026, Robert Koch-Institut 2026
Wenn die Impfung für dein Kind infrage kommt, gilt für den Ablauf Folgendes.
Kinder bis 9 Jahre, die zum ersten Mal im Leben gegen Grippe geimpft werden, bekommen zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen. Die jährliche Impfung soll im Herbst erfolgen, ab Oktober bis Mitte Dezember; bis der Schutz vollständig aufgebaut ist, dauert es 10 bis 14 Tage.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Für Kinder zwischen 6 Monaten und 2 Jahren sind nur Totimpfstoffe zugelassen, die gespritzt werden. Ab 2 Jahren kommt auch ein Lebendimpfstoff als Nasenspray infrage; die Ständige Impfkommission bevorzugt keinen der beiden Impfstofftypen, außer wenn eine Spritze problematisch ist, etwa bei Spritzenangst oder einer Gerinnungsstörung.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026, Robert Koch-Institut 2026
Babys unter sechs Monaten können nicht selbst geimpft werden. Sie profitieren von der Impfung der Mutter in der Schwangerschaft, denn über die Plazenta gibt sie Antikörper weiter, die das Kind in den ersten Monaten nach der Geburt gegen Grippe schützen; die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippeimpfung allen Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026, Robert Koch-Institut 2026
Was nicht hilft
Die Grippeimpfung schützt nur gegen Grippeviren, nicht gegen die vielen anderen Erreger von Atemwegsinfekten, die im Herbst ebenfalls häufig sind. Eine fieberhafte Erkältung, ein sogenannter grippaler Infekt, ist deshalb kein Versagen der Impfung.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Was schadet
Nach dem Robert Koch-Institut ist die Grippeimpfung in der Regel gut verträglich. Vorübergehend können Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle auftreten und gelegentlich erkältungsähnliche Beschwerden wie Fieber, Frösteln, Müdigkeit, Kopf- oder Gliederschmerzen, die meist nach ein bis zwei Tagen abklingen; ein Totimpfstoff kann die Grippe selbst nicht auslösen.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Der Lebendimpfstoff als Nasenspray kann zusätzlich eine verstopfte oder laufende Nase auslösen. Kinder mit einer Immunschwäche, schwerem Asthma oder einer Behandlung mit Salicylaten dürfen ihn nicht bekommen, und geimpfte Kinder sollen in den ersten ein bis zwei Wochen engen Kontakt zu stark immungeschwächten Menschen meiden.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Bei Fieber ab 38,5 Grad Celsius oder einer schwereren akuten Infektion soll nicht geimpft, die Impfung aber bald nachgeholt werden.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Wer nach Hühnereiweiß mit Atemnot oder Kreislaufkollaps reagiert, soll keinen in Hühnereiern hergestellten Impfstoff bekommen; dafür gibt es einen in Zellkulturen hergestellten, und wer auf Hühnereiweiß nur leicht reagiert, kann mit allen zugelassenen Grippeimpfstoffen geimpft werden.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Hat ein Kind Grippe, darf es nach dem Robert Koch-Institut keine Salicylate wie Acetylsalicylsäure bekommen, weil sie zum Reye-Syndrom führen können, einer akuten Erkrankung von Gehirn und Leber.
Quellen: Robert Koch-Institut 2026
Quellen
- Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 · STIKO / RKI, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
- Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Schutzimpfung gegen Influenza · Robert Koch-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- RKI-Ratgeber Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren · Robert Koch-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Recommendations for Prevention and Control of Influenza in Children, 2026-2027: Policy Statement · American Academy of Pediatrics, Committee on Infectious Diseases, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1542/peds.2026-078778 · abgerufen 2026-09-28
- Immunisation against infectious disease (Green Book), Chapter 19: Influenza · UK Health Security Agency, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Vaccines for preventing influenza in healthy children (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2018 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD004879.pub5 · abgerufen 2026-09-28
- S3-Leitlinie Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen (AWMF 027-074), Langfassung · DGKJ / AWMF, 2025 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
- Fieber bei Babys und Kindern · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
Versionshistorie
- v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.
Einsprüche zu dieser Antwort
Zu dieser Antwort liegt kein Einspruch vor.
Alle Einsprüche und Entscheidungen: Einsprüche
Einspruch oder Ergänzung
Du hältst eine Aussage für falsch oder kennst eine Studie, die fehlt? Schreib es hier hin. Wir brauchen dafür eine Quelle, sonst können wir es nicht prüfen. Was daraus wird, steht danach öffentlich unter Einsprüche, auch wenn wir deinen Einspruch ablehnen.
Maschinenlesbar: soll-ich-mein-kleinkind-gegen-grippe-impfen-lassen.json, siehe Schnittstelle und Nutzungsbedingungen.