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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/wie-lange-sollte-ich-stillen-und-was-davon-ist-belegt

Stand: 18.09.2026 · Version 2

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Stillen & Flasche

Wie lange sollte ich stillen, und was davon ist belegt?

Ist das normal?Moderate EvidenzAlter: 0 bis 24 MonateGeprüft am 18. September 2026

Die deutsche S3-Leitlinie von 2025 empfiehlt, reifgeborene Babys bis zum vollendeten sechsten Monat ausschließlich oder überwiegend zu stillen und insgesamt mindestens zwölf Monate; wie lange darüber hinaus, entscheidest du mit deinem Kind. Belegt ist das nur durch Beobachtungsstudien mit niedriger bis sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit, und die Leitlinie schreibt selbst: Ein ursächlicher Zusammenhang lässt sich derzeit nicht eindeutig belegen.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 18. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.

Normalbereich

Für Deutschland gibt es zwei Empfehlungen, die nebeneinander gelten: die S3-Leitlinie Stilldauer der Fachgesellschaften von 2025 und die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben. Sie unterscheiden sich in der Dauer des ausschließlichen Stillens, nicht im Grundsatz.

Moderate Evidenz#a1

Die S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung von 2025 empfiehlt mit Empfehlungsgrad B und starkem Konsens von 92 Prozent bei einer Beteiligungsrate von 100 Prozent, also 25 von 25 Stimmberechtigten: „Reifgeborene Kinder sollten bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden.“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a2

Dieselbe Leitlinie spricht eine zweite Empfehlung mit Empfehlungsgrad A und einem Konsens von 88 Prozent aus, ebenfalls bei 25 von 25 Stimmberechtigten: „Die Gesamtstilldauer für reifgeborene Kinder soll mindestens 12 Monate betragen.“ Eine Obergrenze nennt sie nicht.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a3

Beide Empfehlungen gelten nach der Leitlinie „für reifgeborene und ausschließlich gesunde Kinder“, weil Studien mit bereits erkrankten Kindern nicht berücksichtigt wurden: „Im Fall von vorliegenden Erkrankungen sollte daher individuell beraten werden.“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a4

Die erste Empfehlung ist eine „sollte“-Empfehlung und lässt nach dem Wortlaut der Leitlinie „Handlungsspielraum für Abweichungen in der Beratung zu, wenn die individuelle Situation der Mütter und Säuglinge dies erfordert“.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a5

Was die Begriffe bedeuten, hat die Nationale Stillkommission in ihrer Stellungnahme vom April 2026 festgelegt: Beim ausschließlichen Stillen bekommt das Kind nur Muttermilch oder Frauenmilch, Ausnahmen sind Medikamente und Supplemente; beim vorwiegenden Stillen werden „gelegentlich“ Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee zugeführt, aber keine andere Milch, keine Säuglingsnahrung und keine Beikost; Teilstillen heißt Muttermilch plus Säuglingsnahrung oder Beikost. Abgepumpte Muttermilch aus der Flasche zählt die Kommission dabei zum Stillen.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2026

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Moderate Evidenz#a6

Die Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben lauten: „Im 1. Lebenshalbjahr sollen Säuglinge gestillt werden, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich. Auch nach Einführung von Beikost – spätestens mit Beginn des 7. Monats – sollen Säuglinge weitergestillt werden. Wie lange insgesamt gestillt wird, bestimmen Mutter und Kind.“ Diese Empfehlung gibt nach dem Vermerk des Sonderdrucks von 2024 den Stand von 2016 wieder; aktualisiert wurden nur die Abschnitte zu Allergierisiko und Fluorid.

Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024

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Moderate Evidenz#a7

Die Leitlinie benennt den Unterschied selbst: „Damit ergibt sich aus heutiger Sicht ein gewisser Widerspruch zur bisherigen nationalen Empfehlung in Deutschland, die eine Dauer des ausschließlichen Stillens von vier bis sechs Monaten als ausreichend erachtet.“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a8

Zum Zweck schreibt sie: „Ziel der aktuellen Bewertung ist es nicht, zurückliegende Empfehlungen zu diskreditieren, sondern neue wissenschaftliche Erkenntnisse transparent einzuordnen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Empfehlungen zu ermöglichen.“ Die Angleichung an die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation von sechs Monaten ausschließlichen Stillens erfolgt nach der Leitlinie „im Sinne einer international konsistenten Praxis und unter Berücksichtigung der neuen Datenlage“.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a9

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) ist auf seinen Elternseiten uneinheitlich: Die Seite zum Abstillen vom Februar 2026 trägt die Zwischenüberschrift „Nach Möglichkeit sechs Monate ausschließlich stillen“ und empfiehlt im Text darunter, „ein Kind während des ersten Lebenshalbjahres, mindestens aber bis zum Beginn des fünften Monats, ausschließlich zu stillen“; die Seite zur Säuglingsernährung schreibt: „Wenn möglich, sollten Sie Ihr Kind vier bis sechs Monate ausschließlich stillen“. Beide Formulierungen folgen den Handlungsempfehlungen von Gesund ins Leben, nicht der Leitlinie von 2025.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

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Für die Zeit nach dem ersten Geburtstag gilt: Die Leitlinie nennt in a2 nur die Untergrenze.

Moderate Evidenz#a10

Die Nationale Stillkommission gibt in ihrer Kurzstellungnahme vom Februar 2026 die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation und von UNICEF wieder, Säuglinge in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen und danach neben der Beikost „bis zum Alter von 2 Jahren oder darüber hinaus weiter zu stillen“. Muttermilch kann nach derselben Stellungnahme in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres über die Hälfte und im zweiten Lebensjahr „bis zu einem Drittel des Energiebedarfs des Kindes decken“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2026

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Moderate Evidenz#a11

Dieselbe Stellungnahme hält fest: „Die Nationale Stillkommission spricht sich dafür aus, dass jede Mutter frei, gut informiert und ohne Druck für sich und ihr Kind entscheidet, wie lange sie stillt.“ Längeres Stillen ist nach der Kommission in Deutschland „immer noch mit einem Stigma behaftet“ und geschieht deshalb oft nicht in der Öffentlichkeit.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2026

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Moderate Evidenz#a12

Zur verbreiteten Annahme, langes Stillen beeinträchtige die Entwicklung des Kindes oder begünstige Trennungsangst, schreibt die Kommission, diese Annahmen „entbehren jedoch allesamt wissenschaftlicher und empirischer Belege“; sie stützt das auf eine brasilianische Geburtskohorte, die Stillen über 24 Monate und die seelische Gesundheit mit sechs Jahren untersucht hat.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2026

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Moderate Evidenz#a13

Die Leitlinie zieht für die Beratung eine klare Grenze: „Von Seiten des medizinischen Fachpersonals darf keine Stigmatisierung gegenüber Frauen erfolgen, die kürzer oder länger stillen. Sie dürfen nicht unter Druck gesetzt werden, weder zum Stillen noch zum Abstillen, noch dazu, vorzeitig Beikost zu geben.“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a14

Wie es tatsächlich läuft, zeigt die Leitlinie mit Daten der KiGGS-Welle 2: 90 von 100 Müttern hatten die Absicht zu stillen, 87 von 100 begannen damit, 68 von 100 starteten mit ausschließlichem Stillen; bis zum Ende des vierten Monats stillten noch 40 von 100 ausschließlich, am Ende des sechsten Monats 13 von 100, und nach zwölf Monaten wurden noch etwa 20 von 100 Kindern überhaupt gestillt.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Die Empfehlung und der Alltag liegen also weit auseinander. Das ist kein Vorwurf an dich, sondern ein Befund, mit dem die Leitlinie selbst arbeitet.

Was dahintersteckt

Der zweite Teil deiner Frage ist der wichtigere, und die Leitlinie beantwortet ihn ungewöhnlich offen: Sie trennt, was sie empfiehlt, von dem, was belegt ist.

Moderate Evidenz#a15

In ihrer Zusammenfassung schreibt die Leitlinie, die Autoren sind sich bewusst, „dass die zugrundeliegende Evidenzqualität gemäß GRADE als niedrig bis sehr niedrig bewertet wird, da es sich überwiegend um Beobachtungsstudien handelt, deren Aussagekraft durch potenzielle Verzerrungen, eingeschränkte Vergleichbarkeit der Expositionsgruppen sowie methodische Heterogenität limitiert ist“.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a16

In Zahlen: Für die erste Empfehlung wurde das Vertrauen in die Evidenz bei 13 von 20 Endpunkten als sehr niedrig und bei 7 von 20 als niedrig bewertet, für die zweite bei 11 von 20 als sehr niedrig und bei 9 von 20 als niedrig.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a17

Zur Ursächlichkeit hält sie fest: „Ein kausaler Zusammenhang lässt sich aus wissenschaftlicher Sicht derzeit nicht eindeutig belegen.“ Zugleich sieht sie „konsistente Hinweise auf einen Vorteil des sechsmonatigen ausschließlichen Stillens“, weil die Richtung der Zusammenhänge über die Studien hinweg gleich bleibt.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a18

Die Handlungsempfehlungen erklären, warum Beobachtungsstudien hier an ihre Grenze stoßen: „Der Einfluss weiterer Faktoren kann nicht ausgeschlossen werden, denn in den meisten untersuchten Populationen ist Stillen mit einem höheren sozioökonomischen Status, höherem Bildungsgrad und anderen Faktoren verbunden, die sich ebenfalls positiv auf einige der Krankheitsrisiken auswirken können.“

Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde 2024

Einspruch oder Ergänzung

Was heißt „Vertrauen in die Evidenz sehr niedrig“? Nicht, dass der Effekt nicht existiert, sondern dass die Studien ihn nicht sauber von anderen Einflüssen trennen können. Hier die Endpunkte, die Eltern am häufigsten hören, so, wie die Leitlinie sie je Endpunkt bewertet.

Moderate Evidenz#a19

Mittelohrentzündung: Die Leitlinie sieht „Anhaltspunkte, dass (ausschließliches) Stillen für sechs Monate“ mit einem schützenden Effekt einhergeht, bei niedrigem Vertrauen in die Evidenz. Ihre größte Datenquelle ist eine Metaanalyse von fünf Kohortenstudien mit 17.735 Kindern: Kinder, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt wurden, hatten in den ersten zwei Lebensjahren seltener eine Mittelohrentzündung als nicht ausschließlich gestillte Kinder, adjustierte Odds Ratio 0,57 mit einem 95-Prozent-Vertrauensbereich von 0,44 bis 0,75.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a20

Magen-Darm-Infekte: Auch hier sieht die Leitlinie Anhaltspunkte für einen schützenden Effekt, das Vertrauen ist für das ausschließliche Stillen sehr niedrig und für die Gesamtstilldauer niedrig. In einer multizentrischen Kohorte mit 6.861 Kindern aus den USA, Finnland, Schweden und Deutschland war eine Gesamtstilldauer von sieben bis 18 Monaten im Vergleich zu Nicht-Stillen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Magen-Darm-Infekte im Alter von sechs bis 18 Monaten verbunden, Odds Ratio 0,89 mit einem Vertrauensbereich von 0,81 bis 0,98.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a21

Asthma: Die Leitlinie sieht Anhaltspunkte für einen schützenden Effekt bei niedrigem beziehungsweise sehr niedrigem Vertrauen. In der zitierten Metaanalyse hatten Kinder bis zwei Jahre, die sechs Monate oder länger ausschließlich gestillt wurden, seltener Asthma als kürzer ausschließlich gestillte, Odds Ratio 0,69 mit einem Vertrauensbereich von 0,58 bis 0,81; ab sieben Jahren fand sich kein Zusammenhang mehr.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a22

Neurodermitis und Übergewicht: Für die atopische Dermatitis sieht die Leitlinie auf Basis einer Metaanalyse „keine Anhaltspunkte“ für einen schützenden oder schädlichen Effekt des ausschließlichen Stillens, in einzelnen Beobachtungsstudien sogar einen ungünstigen; für Übergewicht und Adipositas sind die Ergebnisse uneinheitlich, ein Teil der Studien findet einen Schutz, ein anderer keinen Zusammenhang, jeweils bei sehr niedrigem Vertrauen.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a23

Diabetes Typ 1: Es gibt nach der Leitlinie Anhaltspunkte, dass Nicht-Stillen im Vergleich zu überwiegendem Stillen für sechs Monate oder zu Stillen für mindestens zwölf Monate mit einem höheren Risiko einhergeht; zwischen kürzerem und längerem Stillen fand sich dagegen kein Unterschied. Das Vertrauen ist niedrig.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a24

Karies ist der eine Endpunkt, bei dem die Leitlinie in die andere Richtung zeigt: Die Datenlage kann nach ihrem Wortlaut „nicht abschließend beurteilt werden“, aber es gibt nach ihr „auf Basis von vier methodisch verwertbaren Studien“ Anhaltspunkte, dass eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten mit einem ungünstigen Effekt auf frühkindliche Karies einhergeht, bei sehr niedrigem Vertrauen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde hat deshalb ein Sondervotum abgegeben.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Ob und wann nächtliches Stillen Karies begünstigt, steht in der Antwort dazu. Der Schutz vor dem plötzlichen Kindstod ist mit seinen eigenen Quellen in der Antwort zum sicheren Schlaf belegt und wird hier nicht neu bewertet; wir haben die Langfassung der Leitlinie danach durchsucht, sie behandelt diesen Endpunkt nicht.

Moderate Evidenz#a25

Brustkrebs der Mutter: Die Leitlinie sieht Anhaltspunkte, dass eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten mit einem geringeren Risiko einhergeht, mit einem Dosis-Wirkungs-Effekt und niedrigem Vertrauen; ihre größte Datenquelle ist eine Metaanalyse von 50 Beobachtungsstudien. In anderen Studien fand sich kein Zusammenhang.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a26

Eierstockkrebs der Mutter: Auch hier sieht die Leitlinie Anhaltspunkte für einen schützenden Effekt einer Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten, bei niedrigem Vertrauen. In der größten Kohorte mit 813.162 Müttern, für die Angaben zum Stillen vorlagen, war eine Stilldauer von mindestens zwölf Monaten pro Kind gegenüber Nicht-Stillen mit einem adjustierten relativen Risiko von 0,65 und einem Vertrauensbereich von 0,51 bis 0,81 für das Auftreten eines Eierstockkrebses verbunden.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a27

Diabetes Typ 2 der Mutter: Die Leitlinie sieht Anhaltspunkte für einen schützenden Effekt einer Lebensgesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten im Vergleich zu kürzerem Stillen, bewertet das Vertrauen aber als sehr niedrig; im Vergleich zu Nicht-Stillen fand sie teils einen Schutz, teils keinen Zusammenhang.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Diese Zahlen sind relative Maße aus Beobachtungsstudien in verschiedenen Ländern. Absolute Zahlen für deutsche Kinder, also wie viele von 100 Kindern eine Mittelohrentzündung weniger hätten, liefert die Leitlinie nicht.

Dass diese Bewertung Streit ausgelöst hat, zeigen die Sondervoten. Zur ersten Empfehlung gibt es zwei.

Moderate Evidenz#a28

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin hält an der Fassung „Im 1. Lebenshalbjahr sollten Säuglinge gestillt werden, mindestens bis zum Beginn des 5. Monats ausschließlich.“ fest und nennt als mögliche Nachteile der Leitlinienempfehlung ein erhöhtes Risiko für Mikronährstoff- und Eisenmangel bei bestimmten Risikogruppen und für Nahrungsmittelallergien bei einer Beikosteinführung erst ab dem siebten Lebensmonat.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a29

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte will den Wortlaut der S3-Leitlinie Allergieprävention übernehmen: „Für den Zeitraum der ersten vier bis sechs Monate soll nach Möglichkeit ausschließlich gestillt werden. (A) Auch mit Einführung von Beikost soll weitergestillt werden. (A)“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Zur zweiten Empfehlung gibt es vier Sondervoten von drei Seiten.

Moderate Evidenz#a30

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde und die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin tragen eine „zeitlich unbegrenzte, uneingeschränkte und starke Empfehlung“ nicht mit, die eine wegen des Kariesrisikos bei längerer Stilldauer, die andere wegen nicht ausreichend berücksichtigter psychosozialer Auswirkungen; ihr gemeinsamer Vorschlag lautet: „Die Gesamtstilldauer für reifgeborene Kinder sollte mindestens 12 Monate betragen.“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a31

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte schlägt mit Verweis auf die Evidenzlage vor: „Eine Gesamtstilldauer von zwölf Monaten sollte unabhängig von der Stillintensität empfohlen werden, da sie im Vergleich zu kürzerem Stillen oder Nicht-Stillen überwiegend positive gesundheitliche Effekte für reifgeborene Kinder und ihre Mütter zeigt. (B)“

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Moderate Evidenz#a32

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin will auch hier bei der bisherigen Fassung bleiben: „Auch nach Einführung von Beikost – spätestens mit Beginn des 7. Monats – sollten Säuglinge weitergestillt werden“; die Assoziation längeren Stillens mit weniger Infektionen stammt nach ihrer Einschätzung vor allem aus Ländern mit niedrigem Einkommen und ist nicht auf europäische Bevölkerungen übertragbar.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

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Für dich heißt das: Sechs Monate ausschließlich und zwölf Monate insgesamt sind das, was die Fachgesellschaften mehrheitlich empfehlen. Belegt ist eine Richtung, kein Betrag, und die Empfehlung selbst sagt, dass du weder zum Stillen noch zum Abstillen gedrängt werden darfst. Wenn du kürzer stillst oder gar nicht, steht in der Antwort dazu, was sich für dein Baby ändert. Wie du erkennst, ob dein Baby genug Milch bekommt, und wie du abstillst, wenn es so weit ist, steht in den Antworten dazu.

Quellen

  1. S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung (AWMF 027-072), Langfassung, Version 1.0 · DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF, 2025 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-06
  2. Definitionen zum Stillen 2026. Stellungnahme vom 27.04.2026 · Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  3. Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen 2024: Teilaktualisierte Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben · Netzwerk Gesund ins Leben (BLE) / Monatsschrift Kinderheilkunde, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · DOI 10.1007/s00112-024-02014-7 · abgerufen 2026-09-05
  4. Abstillen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  5. Empfehlungen zur Säuglingsernährung · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-05
  6. Stillen über das Säuglingsalter hinaus. Kurzstellungnahme vom 05.02.2026 · Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15

Versionshistorie

  • v2 · 18. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v1 · 15. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 18. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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