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Stand: 28.09.2026 · Version 2
Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.
Motorik & Entwicklung
Was passiert bei den U-Untersuchungen tatsächlich?
Bei jeder U-Untersuchung fragt die Praxis nach, untersucht dein Kind von Kopf bis Fuß, prüft altersgerechte Entwicklungsschritte, Augen und Hören und berät dich; die Inhalte und Zeitfenster legt die Kinder-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses fest, und die Krankenkasse zahlt, wenn du die Zeitfenster einhältst. Ob das Programm als Ganzes Krankheitsfolgen verhindert, hat die offizielle Evaluation nicht gemessen; sie beschreibt, was in den Praxen tatsächlich geprüft wird.
Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.
Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 28. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.
Normalbereich
Was bei einer U-Untersuchung geschieht, ist in Deutschland nicht Sache der einzelnen Praxis. Es steht in einer verbindlichen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Die Kinder-Richtlinie legt fest: „Die Früherkennungsmaßnahmen bei Kindern in den ersten sechs Lebensjahren umfassen insgesamt zehn Untersuchungen.“ Sie können nur in den angegebenen Zeiträumen unter Berücksichtigung von Toleranzgrenzen in Anspruch genommen werden.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Die U1 findet unmittelbar nach der Geburt statt, die U2 vom 3. bis 10. Lebenstag (Toleranz 3. bis 14. Lebenstag), die U3 in der 4. bis 5. Lebenswoche (Toleranz 3. bis 8. Lebenswoche) und die U4 im 3. bis 4. Lebensmonat (Toleranz 2. bis 4½. Lebensmonat).
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Die U5 liegt im 6. bis 7. Lebensmonat (Toleranz 5. bis 8.), die U6 im 10. bis 12. (Toleranz 9. bis 14.), die U7 im 21. bis 24. (Toleranz 20. bis 27.) und die U7a im 34. bis 36. Lebensmonat (Toleranz 33. bis 38.). Danach folgen die U8 im 46. bis 48. und die U9 im 60. bis 64. Lebensmonat.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
„Auch bei Frühgeborenen sind die Untersuchungszeiträume einzuhalten.“ Die Frühgeburtlichkeit wird nach derselben Richtlinie bei der Beurteilung der Ergebnisse berücksichtigt.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Wann die Termine für dein Kind konkret liegen, rechnet dir die Seite „Zeitplan“ auf dieser Website aus, wenn du das Geburtsdatum einträgst.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt, die U1 bis U9 gehören „zum gesetzlich verankerten Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung“; die Kosten übernehmen die Krankenkassen, „wenn die entsprechenden Zeitspannen eingehalten werden“. Kommt ein Kind zu spät zur U, „kann die Kostenübernahme durch die Krankenkasse entfallen“.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Dasselbe Bundesinstitut betont: „Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen ist freiwillig und kostenlos, wenn Sie die angegebenen Zeitspannen einhalten.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
„Das Gelbe Heft ist eine Anlage der Kinder-Richtlinie des G-BA.“ In seinem Vorwort weist der Gemeinsame Bundesausschuss darauf hin, dass es sich um eine vertrauliche Information handelt: „Keine Institution (z. B. Kita, Schule, Jugendamt) darf eine Einsichtnahme verlangen.“ Als Beleg für die Teilnahme reicht die herausnehmbare Teilnahmekarte.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Am 20. August 2026 hat der Gemeinsame Bundesausschuss eine zusätzliche U10 für Kinder von 9 bis 10 Jahren beschlossen; künftig umfassen die Früherkennungsmaßnahmen „bei Kindern im Alter von 0 bis unter 11 Jahren“ elf Untersuchungen. Die Änderung tritt erst am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und ist dann „erst nach Ablauf von sechs Monaten ab ihrem Inkrafttreten anzuwenden“; der Beschluss hält fest: „Bis zu diesem Zeitpunkt gilt die Richtlinie in ihrer vor dem Inkrafttreten dieses Beschlusses geltenden Fassung.“
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Nicht zu verwechseln ist diese U10 mit Angeboten der Kinder- und Jugendärzte gleichen Namens: Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit führt eine „U10 für 7- bis 8-jährige Kinder“ und eine U11 für 9- bis 10-jährige Kinder auf, deren Kosten „nicht von allen Krankenkassen übernommen“ werden.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Was dahintersteckt
Jede U folgt demselben Aufbau. Was sich von Termin zu Termin ändert, sind die Schwerpunkte.
Ab der U2 umfasst jede Untersuchung nach der Richtlinie die Anamnese, also die Fragen an dich, die eingehende körperliche Untersuchung und die „entwicklungsorientierte ärztliche Aufklärung und Beratung“. Ab der U3 kommt eine orientierende Beurteilung der Entwicklung mit festen Kriterien hinzu, zum Beispiel bei der U3: „Kopf wird in schwebender Bauchlage für wenigstens 3 Sekunden gehalten.“
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Die U1 „soll unmittelbar innerhalb der ersten 30 Minuten nach der Geburt des Kindes durchgeführt werden“, bei einer Geburt ohne Ärztin oder Arzt von der Hebamme. Nach der Elterninformation im Gelben Heft werden dabei mit dem Apgar-Wert nach fünf und nach zehn Minuten Hautfarbe, Herzschlag, Reflexe, Muskelspannung und Atmung geprüft, der pH-Wert des Nabelschnurbluts bestimmt und nach äußerlich erkennbaren Fehlbildungen geschaut; das Baby wird gemessen, gewogen und bekommt nach Rücksprache Vitamin K.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
In den ersten Tagen werden dir weitere Tests empfohlen: „Der Test auf kritische angeborene Herzfehler sollte nach der 24. bis zur 48. Lebensstunde Ihres Babys durchgeführt werden.“ Die Tests auf angeborene Stoffwechselstörungen und Mukoviszidose aus einigen Tropfen Blut sollen zwischen der 36. und 72. Lebensstunde erfolgen, der Hörtest bis zur 72. Lebensstunde.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Wie der Hörtest abläuft und was ein auffälliges Ergebnis bedeutet, steht in der Antwort dazu, wie das Hören deines Babys geprüft wird.
Bei der U2 prüft die Ärztin oder der Arzt, ob diese Screenings gemacht wurden, und bietet sie sonst an. Zu den Zielen gehören das Erkennen angeborener Erkrankungen und Fehlbildungen und einer behandlungsbedürftigen Gelbsucht; in der Elterninformation heißt es dazu: „Eine blasse Stuhlfarbe bei Ihrem Baby ist ein Hinweis auf die Notwendigkeit einer Behandlung. Bitte nutzen Sie für die Beobachtung der Stuhlfarbe Ihres Babys die Karte auf Seite 14.“
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Zu den Zielen der U3 gehört die „Durchführung oder Veranlassung der Hüftgelenkssonographie“. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beschreibt den Zweck: Mit Ultraschall werden die Hüftgelenke überprüft, „um eventuelle Fehlstellungen rechtzeitig behandeln zu können“.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Über die U4 heißt es in der Elterninformation: „Die Ärztin oder der Arzt prüft, ob Ihr Baby hören und sehen kann.“ Außerdem wird kontrolliert, ob die Fontanelle ausreichend groß ist, und spätestens jetzt erfolgen die ersten Impfungen.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Welche Impfung wann ansteht, zeigt die Seite „Zeitplan“ auf dieser Website; zu den Impfungen gibt es eigene Antworten.
Bei der U4 bis U7 sieht die Richtlinie für die Augen unter anderem den Brückner-Test vor, eine Durchleuchtung, die Unterschiede zwischen rechtem und linkem Auge zeigt, etwa bei Trübungen oder Schielen. Ab der U7a kommen ein Stereo-Test und ein Sehtest hinzu, bei dem das Kind Formen wiedererkennt und jedes Auge einzeln geprüft wird; bei der U8 folgt ein Hörtest mit Bestimmung der Hörschwelle.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Zur Anamnese der U7 gehören die Fragen „Sind Sie mit der Sprachentwicklung Ihres Kindes zufrieden?“ und „Wird Ihr Kind von der Umgebung gut verstanden?“; bei der U7a gilt nach der Elterninformation „eine besondere Aufmerksamkeit“ der sprachlichen Entwicklung, und Zähne und Kiefer werden angesehen.
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Was bei der U6 und U7 zu Laufen und Sprechen geprüft wird, steht ausführlich in den Antworten zu den ersten Schritten und zum Sprechen mit zwei Jahren; das Fremdeln bei der U5 und U6 in der Antwort dazu.
Zu jeder U gehört Beratung. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt als Themen je nach Alter zum Beispiel „Impfschutz, Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes, Unfallverhütung, Zahngesundheit, Fragen der Ernährung“, dazu Belastungen und Sorgen der Eltern und regionale Unterstützungsangebote wie Frühe Hilfen.
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Die Impftermine liegen nicht immer auf den U-Terminen. Das Bundesinstitut schreibt zur U4: „Denken Sie daran, dass die nächsten Impftermine nicht immer zeitgleich mit der nächsten Früherkennungsuntersuchung liegen.“
Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026
Deine Beobachtungen haben in der Richtlinie einen festen Platz: In der Anamnese steht von der U2 bis zur U9 jeweils das Feld „Eltern sind unzufrieden mit der Entwicklung und dem Verhalten des Kindes, weil:“. Und im Vorwort heißt es: „Die Ergebnisse jeder Untersuchung werden Ihnen erläutert.“
Quellen: Gemeinsamer Bundesausschuss 2026
Wie gründlich das in der Praxis tatsächlich umgesetzt wird, hat eine vom Gemeinsamen Bundesausschuss beauftragte Evaluation untersucht.
Die Evaluation des IGES Instituts von 2023 stützte sich unter anderem auf 43.834 dokumentierte U-Untersuchungen von 656 Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten. Der Brückner-Test wurde bei der U4 bei etwa 95 von 100 Kindern gemacht und bei der U7 noch bei 86,8 von 100; bei der U7a erhielten etwa 80 von 100 Kindern den Stereo-Test und etwa 60 von 100 den Sehtest mit Formen; nach Aussage der befragten Ärztinnen und Ärzte sind diese Tests bei jüngeren Kindern schwieriger durchzuführen.
Quellen: IGES Institut im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses 2023
Den Hörtest bei der U8 erhielten nach derselben Evaluation etwa 80 von 100 Kindern; etwa 13 von 100 hatten dabei einen auffälligen Befund. Der Bericht weist darauf hin, dass teilnehmende Praxen sich selbst ausgewählt haben und die Häufigkeit der Tests deshalb eher überschätzt sein könnte.
Quellen: IGES Institut im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses 2023
Ob die Untersuchungen Krankheitsfolgen verhindern, hat diese Evaluation nicht gemessen. Sie war beschreibend angelegt; zur Frage, ob die Sehtests „evidenzbasiert und sachgerecht“ eingesetzt werden, liegen nach dem Bericht deshalb keine Ergebnisse vor. Weil die Sehtests bei den meisten Untersuchungen gemacht werden und es plausible Gründe gibt, einen Test auszulassen, gibt es nach dem Bericht „aus Sicht des Evaluators keinen Anhaltspunkt am evidenzbasierten und sachgerechten Einsatz der Sehtests zu zweifeln“.
Quellen: IGES Institut im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses 2023
Quellen
- Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern (Kinder-Richtlinie), in Kraft getreten am 1. Januar 2026 · Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
- Früherkennung und Vorsorge für die besten Startchancen Ihres Kindes · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- U1 bis U9: Was wird gemacht? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Änderung der Kinder-Richtlinie: Einführung einer neuen Früherkennungsuntersuchung für Kinder nach § 26 SGB V vom 20. August 2026 · Gemeinsamer Bundesausschuss, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- U3-Untersuchung: Was wird gemacht? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- U4-Untersuchung: Was wird gemacht? · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
- Evaluation der Untersuchungen nach Abschnitt B der Kinder-Richtlinie hinsichtlich Qualität und Zielerreichung: Abschlussbericht · IGES Institut im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses, 2023 · Querschnittsstudie · Stufe 3: Primärstudie · abgerufen 2026-09-28
- Auffälligkeiten in der kindlichen Entwicklung · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-08
- Hinweise für Notfallsituationen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-28
Versionshistorie
- v2 · 28. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
- v1 · 28. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)
Nächste planmäßige Prüfung: 28. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.
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