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Eltern-Wiki

Eltern-Wiki · https://eltern-wiki.de/antworten/kann-ich-weiterstillen-wenn-ich-wieder-arbeiten-gehe

Stand: 18.09.2026 · Version 2

Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117.

Stillen & Flasche

Kann ich weiterstillen, wenn ich wieder arbeiten gehe?

Was tun?Moderate EvidenzAlter: 0 bis 12 MonateGeprüft am 18. September 2026

Ja: In den ersten zwölf Monaten nach der Geburt hast du nach dem Mutterschutzgesetz auf dein Verlangen Anspruch auf bezahlte Stillzeiten, in denen du stillst oder abpumpst; wenn du bis dahin ausschließlich stillst, raten die Fachinstitutionen, ein bis zwei Wochen vor dem ersten Arbeitstag mit dem Abpumpen zu beginnen. Dass Angebote am Arbeitsplatz das Weiterstillen fördern, zeigen nur Beobachtungsstudien; ein Cochrane-Review fand dazu keine randomisierte Studie.

Redaktionell geprüft, noch ohne Fachreview.

Diese Antwort hat eine KI aus freigegebenen Quellen zusammengestellt. Ein Mensch hat sie am 18. September 2026 gelesen und freigegeben und dabei jede Quelle einzeln geöffnet. Der Evidenzgrad ist eine redaktionelle Einschätzung, keine Messung. Fehler bleiben möglich. Wir beschreiben die Studienlage, nicht dein Kind. Den ganzen Prüfprozess beschreibt die Methodik.

Was nachweislich hilft

Ein Hinweis zu den Graden auf dieser Seite: Ein großer Teil der folgenden Aussagen gibt geltendes Recht und amtliche Empfehlungen wieder, keine Studienlage. Der Grad sagt hier, wie gut die Quelle die Aussage trägt, nicht, wie gut ein Effekt untersucht ist. Die Rechtsangaben stammen aus den Informationen der Nationalen Stillkommission, des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit und des Netzwerks Gesund ins Leben; die Paragrafen des Mutterschutzgesetzes nennen wir als Fundstelle.

Moderate Evidenz#a1

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt: „Stillen und arbeiten gehen schließen sich nicht aus.“ Viele Frauen stillen nach derselben Seite vorzeitig ab, um schnell in den Beruf zurückkehren zu können, „aber das muss nicht zwangsläufig so sein“.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a2

Die Nationale Stillkommission nennt als Voraussetzung, dass die Rahmenbedingungen für die Rückkehr „frühzeitig mit der Arbeitgeberseite geklärt und mit Hilfe privater und öffentlicher Organisationsstrukturen abgesichert werden“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Zuerst die Praxis, dann das Recht, dann die Studien.

Moderate Evidenz#a3

Die Nationale Stillkommission empfiehlt, „rechtzeitig den Arbeitgeber und die Kolleginnen und Kollegen aus dem Arbeitsumfeld über die Stillabsicht zu informieren und in einem gemeinsamen Gespräch Absprachen über notwendige Arbeitspausen“ zu treffen. Die stillbedingt eingeschränkte Einsatzfähigkeit darf sich nach der Kommission dabei nicht nachteilig für die Beschäftigte auswirken.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a4

Zur Vorbereitung raten beide Institutionen inhaltsgleich; die Nationale Stillkommission schreibt: Wurde das Kind bis zur Rückkehr ausschließlich gestillt, „ist es sinnvoll, schon ein bis zwei Wochen vor dem ersten Arbeitstag ein bis zweimal täglich Milch abzupumpen, damit der Umgang mit der Pumpe geübt und ein erster Milchvorrat angelegt werden kann“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a5

Für den Arbeitstag selbst nennt die Kommission zwei Wege: Das Baby kann während der gesetzlichen Stillpausen zum Stillen gebracht werden; wenn das nicht möglich ist, „kann die Zeit zum Abpumpen genutzt werden, um die Milchbildung aufrechtzuerhalten und den Bedarf für den nächsten Tag bereitzustellen“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a6

Als dritten Weg nennt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit die Zwiemilchernährung: „Sie stillen das Kind dann, wenn Sie bei ihm sind, und zu den anderen Zeiten bekommt es vom Vater oder einer anderen Betreuungsperson eine Flaschennahrung.“

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a7

Die abgepumpte Milch „sollte am Arbeitsplatz selbst und beim Transport nach Hause gekühlt aufbewahrt werden“.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Wie lange abgepumpte Milch im Kühlschrank, im Gefrierfach und in der Kühltasche hält und wie du sie erwärmst, steht in der Antwort zum Abpumpen; hier wiederholen wir das nicht.

Moderate Evidenz#a8

Was der Betrieb bereitstellen muss, beschreibt die Nationale Stillkommission so: „Es genügt, wenn das Unternehmen dafür einen kleinen, abschließbaren Raum mit einer sauberen Abstellfläche, einer bequemen Sitzgelegenheit, einem Waschbecken und einem Kühlschrank oder einer Kühltasche zur Verfügung stellt.“ Gibt es in der Nähe keine Stillgelegenheit, muss die stillende Arbeitnehmerin nach der Kommission die Arbeitsstätte für die Stillzeiten verlassen dürfen.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Wie ein gestilltes Baby lernt, aus der Flasche zu trinken, ist der Teil dieser Frage, für den es am wenigsten gibt. Keine Leitlinie beschreibt eine Methode, kein systematischer Review hat Verfahren verglichen, und die Suche nach Studien zum Übergang von der Brust zur Flasche bei gesunden Säuglingen blieb ohne Treffer. Was es gibt, ist ein Absatz der Nationalen Stillkommission.

Schwache Evidenz#a9

Die Nationale Stillkommission schreibt: „Abgepumpte Muttermilch kann mit der Flasche oder mit dem Becher gegeben werden, falls die Betreuungsperson diese Technik beherrscht. Säuglinge akzeptieren die Flasche u. U. besser, wenn sie nicht durch die Mutter gegeben wird.“

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Mehr sagen die Quellen nicht: keine Angabe, wie oft man es versucht, welcher Sauger, welche Temperatur, welche Haltung. Ab wann ein Baby aus dem Becher trinken kann und warum die Flasche nicht zum Einschlafen gehört, steht in den Antworten dazu.

Nun das Recht.

Moderate Evidenz#a10

§ 7 Absatz 2 Satz 1 des Mutterschutzgesetzes lautet: „Der Arbeitgeber hat eine stillende Frau auf ihr Verlangen während der ersten zwölf Monate nach der Entbindung für die zum Stillen erforderliche Zeit freizustellen, mindestens aber zweimal täglich für eine halbe Stunde oder einmal täglich für eine Stunde.“ Die Nationale Stillkommission und das Netzwerk Gesund ins Leben geben diese Regel in ihren Informationen für Eltern als Anspruch auf bezahlte Stillzeiten in den ersten zwölf Monaten wieder.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023, Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a11

Nach § 7 Absatz 2 Satz 2 und 3 gilt bei einer zusammenhängenden Arbeitszeit von mehr als acht Stunden, so die Nationale Stillkommission: Auf Verlangen der Mutter soll „zweimal eine Stillzeit von mindestens 45 Minuten oder, wenn in der Nähe der Arbeitsstätte keine Stillgelegenheit vorhanden ist, einmal eine Stillzeit von mindestens 90 Minuten gewährt werden“; die Arbeitszeit gilt als zusammenhängend, wenn sie nicht durch eine Ruhepause von mehr als zwei Stunden unterbrochen wird.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023, Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a12

Die Bezahlung regelt § 23 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes: „Durch die Gewährung der Freistellung nach § 7 darf bei der schwangeren oder stillenden Frau kein Entgeltausfall eintreten. Freistellungszeiten sind weder vor- noch nachzuarbeiten. Sie werden nicht auf Ruhepausen angerechnet, die im Arbeitszeitgesetz oder in anderen Vorschriften festgelegt sind.“ Die Nationale Stillkommission und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit geben das in der Sache gleichlautend wieder.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a13

In den Stillzeiten darfst du stillen oder abpumpen; die gesetzlichen Stillpausen können nach der Nationalen Stillkommission „fest in den Arbeitsplan eingebaut oder flexibel gehalten werden, so dass die Mutter entweder ihr Kind stillen oder Milch abpumpen kann“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a14

Das Netzwerk Gesund ins Leben ergänzt auf seiner Elternseite zu den Rechten rund ums Stillen: Teilzeitbeschäftigten stehen ebenfalls Stillzeiten zu; sie „sollten so gelegt werden, dass möglichst wenig Arbeitszeit ausfällt“, und „können auch an den Beginn oder ans Ende des Arbeitstages gelegt werden“; bei höherem Stillbedarf, etwa bei jüngeren Kindern, können individuell weitere Stillzeiten vereinbart werden.

Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a15

Der Anspruch auf bezahlte Freistellung ist nach der Nationalen Stillkommission „auf die ersten zwölf Monate nach der Geburt beschränkt“. Was danach für Stillzeiten gilt, regelt § 7 Absatz 2 des Mutterschutzgesetzes nicht.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a16

Dazu kommen Schutzregeln zur Arbeitszeit. Nach § 4 des Mutterschutzgesetzes darf der Arbeitgeber eine stillende Frau, die 18 Jahre oder älter ist, so die Nationale Stillkommission, „nicht mit einer Arbeit beschäftigen, die die Frau über achteinhalb Stunden täglich oder über 90 Stunden in der Doppelwoche hinaus zu leisten hat“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a17

Nach § 5 des Mutterschutzgesetzes darf der Arbeitgeber eine stillende Frau grundsätzlich nicht zwischen 20 Uhr und 6 Uhr beschäftigen; für eine Beschäftigung bis 22 Uhr ist nach der Nationalen Stillkommission ein behördliches Genehmigungsverfahren nach § 28 nötig, dazu die ausdrückliche Bereitschaft der Frau und ein ärztliches Zeugnis, nach dem nichts gegen die Beschäftigung spricht.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a18

Nach § 6 Absatz 1 des Mutterschutzgesetzes darf eine stillende Frau an Sonn- und Feiertagen nur beschäftigt werden, wenn sie sich ausdrücklich bereit erklärt, eine Ausnahme vom allgemeinen Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit nach dem Arbeitszeitgesetz zugelassen ist, ihr in jeder Woche ein Ersatzruhetag gewährt wird und eine unverantwortbare Gefährdung durch Alleinarbeit ausgeschlossen ist; ihre Erklärung kann sie nach der Kommission jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a19

Nach § 4 des Mutterschutzgesetzes muss der stillenden Frau nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit, so die Nationale Stillkommission, „eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden gewährt werden“.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a20

Das Gesetz gilt nach derselben Quelle für alle stillenden Frauen in einem Beschäftigungsverhältnis, auf das deutsches Recht anwendbar ist, unabhängig von Staatsangehörigkeit und Familienstand, außerdem für Frauen in betrieblicher Berufsbildung und Praktikantinnen, mit Einschränkungen für Schülerinnen und Studentinnen; für Beamtinnen, Richterinnen und Soldatinnen gelten eigene Verordnungen des Bundes und der Länder.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Ob Stillräume, Pausen und Beratung im Betrieb tatsächlich dazu führen, dass Frauen länger stillen, ist eine andere Frage als die nach dem Recht darauf. Die Antwort darauf ist dünn.

Schwache Evidenz#a21

Eine systematische Übersicht mit Metaanalyse von 2021 fand 14 Studien zu Stillprogrammen am Arbeitsplatz, zehn davon aus den USA, keine davon randomisiert. Für ausschließliches Stillen mit drei oder sechs Monaten lag die gepoolte Odds Ratio aus drei nicht-randomisierten kontrollierten Studien bei 3,21 mit einem 95-Prozent-Vertrauensbereich von 1,70 bis 6,06; die Autoren schließen, solche Programme „may be effective“, und fordern bessere Studien.

Quellen: Public Health Nutrition 2021

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a22

Ein Cochrane-Review von 2012 zu Maßnahmen am Arbeitsplatz, die das Stillen berufstätiger Frauen unterstützen sollen, fand keine einzige randomisierte oder quasi-randomisierte Studie. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ist damit nach den Autoren nicht geprüft.

Quellen: Cochrane Database of Systematic Reviews 2012

Einspruch oder Ergänzung

Schwache Evidenz#a23

Wie viele Frauen nach der Rückkehr in den Beruf überhaupt weiterstillen, hat eine systematische Übersicht von 2021 aus 14 Studien mit 42.820 Frauen geschätzt: weltweit 25 von 100 mit einem Vertrauensbereich von 21 bis 29, bei einer Spanne von 2 bis 61 von 100 zwischen den Ländern. Die Autoren sehen neben dem Wohlstand eines Landes vor allem kulturelle Einflüsse.

Quellen: International Journal of Environmental Research and Public Health 2021

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a24

Für Deutschland referiert die S3-Leitlinie Stilldauer aus der KiGGS-Welle 2, dass die Rückkehr der Mutter in die Berufstätigkeit „trotz gesetzlich verankerter Stillpausen“ mit steigender Stilldauer ein zunehmend häufiger Abstillgrund ist.

Quellen: DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a25

Das Netzwerk Gesund ins Leben beziffert aus derselben Erhebung auf seiner Fachkreise-Seite: Etwa 10 von 100 Frauen, die nach sechs bis zwölf Monaten abstillen, geben die Rückkehr in den Beruf als Grund an; bei einer Stilldauer von mehr als zwölf Monaten sind es rund 15 von 100.

Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2023

Einspruch oder Ergänzung

Was nicht hilft

Vorsorglich abzustillen, weil die Arbeit wieder beginnt, ist nach den Fachinstitutionen unnötig.

Moderate Evidenz#a26

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit führt die „Wiederaufnahme der Berufstätigkeit“ ausdrücklich in seiner Liste der Anlässe, bei denen ein Abstillen nicht nötig ist, weil nach dem Mutterschutzgesetz ein Recht auf Stillzeiten besteht, in denen das Kind gestillt oder Milch abgepumpt werden kann.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2026

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a27

Das Netzwerk Gesund ins Leben ergänzt: „Der Kitastart sollte jedoch kein Abstillgrund sein.“ Manche Kitas verlangen nach derselben Seite, dass das Kind vor der Eingewöhnung abgestillt ist; das muss nach dem Netzwerk nicht sein.

Quellen: Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 2024

Einspruch oder Ergänzung

Ebenso wenig hilft es, die Stillpausen aus Rücksicht auf den Betrieb nachzuarbeiten oder vom Lohn abziehen zu lassen. Beides ist nach a12 nicht vorgesehen. Wie die Pausen im Tag liegen, ist nach a13 und a14 Absprachesache.

Was schadet

Moderate Evidenz#a28

Wer am Arbeitsplatz weder stillt noch abpumpt, riskiert die Milchmenge: Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät, wenn das Kind nicht vor Ort gestillt werden kann, „am Arbeitsplatz die Milch abpumpen, um die Milchbildung aufrechtzuerhalten und den Bedarf des Babys für den nächsten Tag zu decken“.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a29

Lange Pausen ohne Entleerung sind zudem ein Risiko für die Brust: Nach dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit können „unzureichende Entleerung der Brust, sehr starke Milchbildung und lange Pausen zwischen den Stillmahlzeiten“ einen Milchstau begünstigen, der sich zu einer Brustentzündung weiterentwickeln kann.

Quellen: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de 2025

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a30

Für die Arbeit selbst gilt ein eigener Gesundheitsschutz: Der Arbeitgeber darf eine stillende Frau nach der Nationalen Stillkommission keine Tätigkeiten ausüben lassen, bei denen eine unverantwortbare Gefährdung ihrer Gesundheit oder der ihres Kindes besteht, etwa durch Gefahrstoffe, Biostoffe wie Viren und Bakterien, ionisierende und nicht ionisierende Strahlung, Überdruck oder Arbeiten mit vorgeschriebenem Tempo; Grundlage ist eine Gefährdungsbeurteilung.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Moderate Evidenz#a31

Nach der Lesart der Nationalen Stillkommission ist „im Mutterschutzgesetz die Dauer der Stillzeit nicht begrenzt“, und Arbeitgeber müssen „über die gesamte Stillzeit sicherstellen, dass Gesundheitsgefährdungen für die Beschäftigte und ihr Kind ausgeschlossen sind“; das ist die Auslegung der Kommission, kein Normzitat.

Quellen: Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut 2023

Einspruch oder Ergänzung

Ob deine Tätigkeit darunterfällt, klärt nicht diese Antwort, sondern die Gefährdungsbeurteilung deines Arbeitgebers und im Zweifel die zuständige Aufsichtsbehörde.

Quellen

  1. Stillen und Beruf · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  2. Stillen und Berufstätigkeit. Aktualisierte Information der Nationalen Stillkommission für Eltern und Arbeitgeber vom 31.08.2023 · Nationale Stillkommission am Max Rubner-Institut, 2023 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  3. Meine Rechte rund ums Stillen · Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, 2023 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  4. Workplace programmes for supporting breast-feeding: a systematic review and meta-analysis · Public Health Nutrition, 2021 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1017/S1368980020004012 · abgerufen 2026-09-15
  5. Interventions in the workplace to support breastfeeding for women in employment (Cochrane Review) · Cochrane Database of Systematic Reviews, 2012 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.1002/14651858.CD006177.pub3 · abgerufen 2026-09-15
  6. Breastfeeding after Returning to Work: A Systematic Review and Meta-Analysis · International Journal of Environmental Research and Public Health, 2021 · Systematischer Review · Stufe 2: systematischer Review · DOI 10.3390/ijerph18168631 · abgerufen 2026-09-15
  7. S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung (AWMF 027-072), Langfassung, Version 1.0 · DGKJ / DGGG / DGHWi / AWMF, 2025 · Leitlinie · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-06
  8. Wie lassen sich Stillen und Beruf vereinbaren? · Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, 2023 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  9. Abstillen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2026 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  10. So klappt das Abstillen · Netzwerk Gesund ins Leben / Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, 2024 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15
  11. Häufige Probleme beim Stillen · Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de, 2025 · Amtliche Empfehlung · Stufe 1: amtlich / Leitlinie · abgerufen 2026-09-15

Versionshistorie

  • v2 · 18. September 2026 · Redaktionell gelesen und freigegeben. (Redaktion)
  • v1 · 15. September 2026 · Erstfassung (Redaktion)

Nächste planmäßige Prüfung: 18. September 2027. Du hältst eine Aussage für falsch? Der Link „Einspruch oder Ergänzung“ steht an jeder Aussage, und jede Entscheidung darüber ist unter Einsprüche öffentlich.

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