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  "frage": "Was hilft bei einem Schreibaby, und wo bekomme ich Unterstützung?",
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  "kurzantwort": "Die deutschen Fachempfehlungen raten bei einem Schreibaby vor allem zu sanftem Beruhigen, einem ruhigen, geregelten Tag mit wenig Reizen und Entlastung für dich; Unterstützung bekommst du in der Kinderarztpraxis, in Schreiambulanzen und Beratungsstellen und bei den Frühen Hilfen. Medikamente haben keinen nachgewiesenen Nutzen und können schaden, und ob Probiotika, eine Umstellung der Ernährung oder manuelle Therapien helfen, ist nicht sicher belegt.",
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      "text": "Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin schreibt: „Man spricht von einem Schreibaby, wenn Unruhe oder Schreien über mehr als 3 Stunden pro Tag, an mehr als 3 Tagen pro Woche, über mehr als 3 Wochen auftritt. Diese Zeitangaben sollten in der Praxis allerdings nur als grober Richtwert dienen.“ Beobachtet wird das in den ersten drei Monaten bei jedem achten bis zehnten Säugling."
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        "dgkj-elterninfo-schreibaby-2019"
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      "text": "„Die genaue Entstehung übermäßigen Schreiens ist nicht bekannt.“ Dieselbe Elterninformation hält fest, dass Eltern für das Schreien nicht verantwortlich sind, dass gestillte Kinder und Flaschenkinder gleich häufig betroffen sind und dass nur bei wenigen Säuglingen eine Milchunverträglichkeit, ein Säurereflux oder eine andere Erkrankung die Ursache ist."
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        "awmf-psychische-stoerungen-fruehe-kindheit-2024"
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      "text": "Die gültige deutsche Leitlinie zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter (S2k, AWMF 028/041, letzte inhaltliche Überarbeitung Juli 2024) behandelt die exzessive Schreistörung als eigenes Störungsbild. Nach ihrem Leitlinienreport ist sie „maximal gültig bis Juni 2029“."
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        "dgkj-elterninfo-schreibaby-2019"
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      "text": "Als Beruhigungsmaßnahmen nennt die Fachgesellschaft eine Spazierfahrt im Kinderwagen, ein warmes Bad, eine Bauchmassage, sanftes Schaukeln in einer Wiege und einen Beruhigungssauger. Bei manchen Kindern hilft es, die Fütterungstechnik zu verändern, etwa das Kind während des Trinkens besonders häufig aufstoßen zu lassen."
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      "text": "Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) rät: „Vermeiden Sie allzu hektische Beruhigungsversuche, und probieren Sie nicht zu viel aus. Ihr Kind wird sonst nur überreizt und noch unruhiger.“"
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        "dgkj-elterninfo-schreibaby-2019"
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      "text": "„Schreibabys sind oft sehr empfindlich gegenüber zu vielen Eindrücken, Anregung und Unruhe: Schaffen Sie einen ruhigen, geregelten Tagesablauf!“ Dazu gehört nach der Fachgesellschaft, dem Kind nicht auf den Rücken zu klopfen, unruhige, rasche Bewegungen, laute Musik und lärmende Spielgeräte zu meiden und es, wenn, dann ruhig und langsam zu schaukeln. Smartphones sind in den ersten Lebensjahren nicht zur Beruhigung geeignet."
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      "text": "Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen empfiehlt, sich regelmäßig mit dem Kind zu beschäftigen, wenn es aufmerksam und zufrieden ist, damit es Aufmerksamkeit nicht nur bekommt, wenn es weint. Beim Beruhigen rät es, schrittweise vorzugehen und die Hilfe nur zu steigern, wenn nötig; ein Baby, das sich oft nur schwer beruhigen lässt, direkt hochzunehmen und zu tragen, kann aber besser sein."
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      "text": "Das Bundesinstitut rät, vor allem in den ersten Lebensmonaten möglichst sofort auf das Schreien zu reagieren und zu trösten, das Kind aber nicht gleich beim ersten Schreien hochzunehmen. Die Fachgesellschaft rät: „Springen Sie nicht immer sofort auf, wenn Ihr Kind schreit, besonders wenn es die Zeit des Einschlafens ist!“"
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      "text": "Für dich selbst raten beide Quellen, dir Hilfe von Partnerin oder Partner, Freunden und Familie zu holen, dich abzuwechseln und dir Freiräume zu schaffen, um selbst zur Ruhe zu kommen. Auch der Kontakt zu anderen betroffenen Eltern kann nach dem Bundesinstitut hilfreich sein."
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        "gordon-elterntraining-kolik-cochrane-2019"
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      "text": "Eine Cochrane-Übersicht von 2019 fand sieben Studien mit 1.187 Teilnehmenden zu Elternschulungen bei Säuglingskoliken, etwa zu Beruhigungstechniken, allgemeiner Pflege, Füttern und Stressabbau. In drei Studien mit 157 Säuglingen schrien die Kinder nach der Schulung im Mittel knapp zwei Stunden weniger pro Tag als in der Vergleichsgruppe; die Autorinnen und Autoren bewerten die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses als niedrig."
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        "dgkj-elterninfo-schreibaby-2019",
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      "text": "Die Fachgesellschaft schreibt, dass nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis ein Versuch mit einem bestimmten Probiotikum gemacht werden kann. Eine Meta-Analyse mit Einzeldaten aus vier Studien und 345 Säuglingen von 2018 fand mit diesem Probiotikum bei gestillten Babys deutlich häufiger einen Behandlungserfolg, bei Babys mit Flaschennahrung keinen gesicherten Effekt. Mehrere Autorinnen und Autoren geben Honorare aus der Industrie an."
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      "text": "„Das Herumtragen des Kindes (vermehrter Körperkontakt) außerhalb der Schreiattacken hat keinen Einfluss auf die Dauer und Häufigkeit der Schreiattacken.“"
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      "text": "Eine Cochrane-Übersicht von 2016 über 18 kleine Studien fand keine Belege dafür, dass ein entschäumendes Mittel gegen Blähungen bei Säuglingskoliken hilft. Pflanzliche Mittel, Zucker und zwei weitere untersuchte Arzneimittel können nach ihrem Fazit bei Koliken nicht empfohlen werden."
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        "dgkj-elterninfo-schreibaby-2019"
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      "text": "Eine Cochrane-Übersicht von 2018 fand 15 Studien mit 1.121 Säuglingen zu Ernährungsänderungen, darunter Diäten der stillenden Mutter, Spezialnahrungen und Kräuterextrakte. Alle Studien waren klein und fehleranfällig, die Beweislage sehr schwach, und die Autorinnen und Autoren können auf dieser Grundlage keine der Maßnahmen empfehlen."
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      "text": "Eine Cochrane-Übersicht von 2012 fand weniger Schreien nach manueller Behandlung, aber nur, wenn die Eltern wussten, ob ihr Kind behandelt worden war; in den Studien, in denen sie es nicht wussten, war der Unterschied nicht gesichert. Eine Meta-Analyse von 2023 mit fünf Studien und 422 Babys fand weder weniger Schreien noch mehr Schlaf, bei sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit."
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      "text": "Eine Übersicht von 2018, an der Mitarbeitende des britischen National Council for Osteopathic Research beteiligt waren, fand dagegen im Mittel gut eine Stunde weniger Schreien pro Tag und seltene, nicht schwere Nebenwirkungen. Ob dieser Unterschied für Eltern bedeutsam ist, bleibt nach ihrem eigenen Fazit unklar."
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      "text": "Die Fachgesellschaft schreibt: „Geben Sie keine Medikamente! Verschiedene Medikamente wurden bei Schreikindern eingesetzt – ohne nachweislichen Erfolg, aber mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen.“ Das Bundesinstitut schreibt: „Geben Sie Ihrem Kind nie Medikamente zur Beruhigung.“"
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      "text": "Säuglinge aus Haushalten, in denen geraucht wird, sind nach beiden Quellen häufiger Schreibabys. Die Fachgesellschaft rät deshalb: „Sorgen Sie für eine komplett rauchfreie Umgebung.“"
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      "text": "Wenn dir das Schreien unerträglich wird, rät das Bundesinstitut, dein Kind in sein Bettchen oder an einen anderen sicheren Platz zu legen und den Raum zu verlassen, „bevor Ihnen ‚der Kragen platzt‘“. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen ergänzt, alle paar Minuten nach dem Kind zu schauen und sich Unterstützung zu holen, wenn es nötig ist."
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      "text": "Als Anlaufstellen für Eltern von Schreibabys nennt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen Hebammen und Familienhebammen, Kinder- und Hausarztpraxen, Familien- und Erziehungsberatungsstellen, Schwangerschaftsberatungsstellen, Schreiambulanzen, Kinderkliniken, Sozialpädiatrische Zentren und die Frühen Hilfen. Auf seiner Seite elternsein.info gibt es eine bundesweite Suche nach Schreiambulanzen und Beratungsstellen und eine nach Frühen Hilfen, dazu das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer."
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      "text": "Wie eine Schreiambulanz arbeitet, beschreibt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen am Beispiel der Münchner Sprechstunde für Schreibabys: Der erste Termin dauert dort etwa zwei Stunden, das Baby wird untersucht, und Fachleute sehen sich an, wie die Eltern es trösten. Reicht die ambulante Hilfe nicht, ist auch eine stationäre Behandlung möglich, bei der die Familie eine Weile in der Klinik wohnt."
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      "text": "„Erfahrungsgemäß können Eltern mit fachlicher Hilfe und Unterstützung das übermäßige Schreien meist schon bald in den Griff bekommen.“"
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      "text": "Hilfe in der Kinderarztpraxis sollst du nach der Fachgesellschaft suchen, wenn dein Kind nicht mehr an Gewicht zunimmt, nicht trinken mag, viel spuckt und dabei Schmerzen zeigt oder vermehrt den Rücken überstreckt, wenn du dich hilflos, erschöpft oder überfordert fühlst, und wenn das Schreien dich so wütend und verzweifelt macht, dass du Sorge hast, dich nicht mehr kontrollieren zu können."
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      "text": "Kommen Schlafstörungen hinzu, wird das Füttern ein Problem oder ist das Schreien mit sechs Monaten nicht vorbei oder deutlich besser, rät die Fachgesellschaft zu unverzüglicher kinderärztlicher Hilfe, „bei besonderer Not auch in einer Kinderklinik (tags und nachts zu erreichen)“. Das Bundesinstitut rät zur Kinderarztpraxis schon dann, wenn dein Baby auch nach dem dritten Lebensmonat vermehrt schreit und quengelt."
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      "text": "Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen schreibt: „Sollten Sie die Beherrschung verloren und Ihr Baby oder Kleinkind geschüttelt haben: Bringen Sie Ihr Kind sofort zur nächsten Klinik!“"
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      "text": "Zu Notfällen bei Kindern schreibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: „Die Notrufnummer zur nächsten Rettungsleitstelle ist immer 112.“ Als Anlässe, den Rettungsdienst zu rufen, nennt es Bewusstlosigkeit sowie Herz- und Atemstillstand."
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      "herausgeber": "Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)",
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      "name": "Leitlinienreport: Leitlinien zu psychischen Störungen im Säuglings-, Kleinkind- und Vorschulalter (S2k, AWMF 028/041, Version 2.0 – Update 2024)",
      "herausgeber": "Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) / AWMF",
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      "herausgeber": "Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de",
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      "name": "Ihr Baby schreit viel?",
      "herausgeber": "Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / elternsein.info",
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      "name": "Häufigem und anhaltendem Schreien vorbeugen",
      "herausgeber": "Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de",
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      "url": "https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/alltagstipps/0-12-monate/haeufigemundlangemschreienvorbeugen/",
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      "id": "carnes-manuelle-therapie-schreien-2018",
      "name": "Manual therapy for unsettled, distressed and excessively crying infants: a systematic review and meta-analyses",
      "herausgeber": "BMJ Open",
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      "name": "Das Schreien des Babys",
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  "hinweis": "Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117."
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