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  "slug": "verzoegert-es-die-sprache-wenn-mein-kind-mehrsprachig-aufwaechst",
  "frage": "Verzögert es die Sprache, wenn mein Kind mehrsprachig aufwächst?",
  "typ": "mythos",
  "cluster": "motorik",
  "alter": "0-36m",
  "phase": "kleinkind",
  "sprache": "de",
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  "kurzantwort": "Eine Sprachentwicklungsstörung verursacht Mehrsprachigkeit nach der deutschen S3-Leitlinie nicht, und sie erhöht auch nicht das Risiko dafür. In den einzelnen Sprachen kann dein Kind anfangs langsamer vorankommen und weniger Wörter haben; nach dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ist das normal und gibt sich in der Regel.",
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  "geprueft_am": "2026-09-28",
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  "naechste_pruefung": "2027-09-28",
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    },
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      "version": 2,
      "datum": "2026-09-28",
      "grund": "Redaktionell gelesen und freigegeben.",
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
      ],
      "text": "Die Leitlinie hält als Statement fest: „Mehrsprachigkeit an sich verursacht keine Sprachentwicklungsstörung und erhöht auch nicht das Risiko, eine Sprachentwicklungsstörung auszubilden oder sie zu verstärken.“ Das Statement ist ein klinischer Konsenspunkt mit 100 Prozent Zustimmung; als Grundlage nennt die Leitlinie zusammengefasste Beobachtungsstudien, ein Buchkapitel und die frühere S2k-Leitlinie."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
      ],
      "text": "Im Text dazu schreibt dieselbe Leitlinie, dass das Aufwachsen mit einer einzigen Sprache das Risiko einer Sprachentwicklungsstörung ebenso wenig ausschließt. Sie geht deshalb von der gleichen Häufigkeit bei ein- und mehrsprachigen Kindern aus, international 7 bis 8 von 100."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
      ],
      "text": "Auch für Aussprachestörungen nennt die Leitlinie eine vergleichbare Häufigkeit bei ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern; die meisten Studien geben Werte zwischen 6 und 16 von 100 an."
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      "quellen": [
        "awmf-sprachentwicklung-diagnostik-2011"
      ],
      "text": "Die S2k-Leitlinie zur Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen von 2011 schreibt: „Gesunde Kinder sind in der Lage, mehrere Sprachen gleichzeitig zu erwerben, wenn die Sprachen in ausreichender Quantität und Qualität angeboten werden und die Kinder genügend Gelegenheit zur Kommunikation in diesen Sprachen erhalten.“ Kinder, die in einem günstigen mehrsprachigen Umfeld aufwachsen, bilden nach derselben Leitlinie nicht häufiger Sprachentwicklungsstörungen aus als einsprachige. Ihre Gültigkeit ist abgelaufen."
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        "bzga-mehrsprachigkeit-2026"
      ],
      "text": "Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) schreibt, dass Kinder in den ersten Lebensjahren ihre sprachlichen Fähigkeiten auch in mehreren Sprachen ähnlich wie ein einsprachiges Kind entwickeln, „in den gleichen zeitlichen Entwicklungsschritten“. Das Wissen in den verschiedenen Sprachen, zum Beispiel der Wortschatz, kann nach derselben Seite zunächst noch unterschiedlich sein."
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        "bzga-mehrsprachigkeit-unterstuetzen-2026"
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      "text": "Auf einer zweiten Seite schreibt dasselbe Bundesinstitut: „Vor allem bei gleichzeitigem Erwerb verschiedener Sprachen kann die Sprachentwicklung zunächst auch etwas verzögert sein.“ Das kann sich nach dieser Seite bis ins frühe Schulalter in einem kleineren Wortschatz und einem einfacheren Satzbau zeigen, ist normal und gibt sich in der Regel nach einer Weile."
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      "evidenz": "moderat",
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        "bzga-mehrsprachigkeit-2026"
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      "text": "Als Voraussetzung für eine mehrsprachige Entwicklung nennt das Bundesinstitut, dass das Kind „Zuwendung und genügend sprachliche Anregungen in beiden Sprachen erhält“."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
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      "text": "Die S3-Leitlinie empfiehlt: Mehrsprachige Kinder zeigen in der Spracherwerbsphase häufig Besonderheiten, die aus dem Einfluss der Sprachen aufeinander entstehen, etwa bei Artikeln oder der Stellung des Verbs. Sie werden als „umgebungsbedingte Sprachauffälligkeiten“ von Sprachentwicklungsstörungen abgegrenzt und brauchen keine Therapie. Reichen die Deutschkenntnisse für Kita oder Schule nicht aus, sollten Förderangebote gemacht werden; die Empfehlung ist ein Konsenspunkt mit 100 Prozent Zustimmung auf Evidenzlevel 3."
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      "evidenz": "moderat",
      "quellen": [
        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
      ],
      "text": "Dieselbe Leitlinie hält als evidenzbasiertes Statement mit Evidenzlevel 2 fest: „Eine Sprachentwicklungsstörung bei einem mehrsprachig aufwachsenden Kind betrifft immer alle Sprachen.“ An anderer Stelle schreibt sie, dass von einer Sprachentwicklungsstörung bei einem mehrsprachigen Kind gesprochen werden kann, wenn die Sprachfähigkeiten in allen Sprachen, die das Kind erwirbt, unterdurchschnittlich sind, sich nicht durch das Umfeld erklären lassen und weitere Befunde dafür sprechen."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
      ],
      "text": "Die Leitlinie schreibt als Statement mit Evidenzlevel 3 und 96 Prozent Zustimmung, dass mehrsprachige Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen Gefahr laufen, fehl- oder unterversorgt zu sein, weil ihre Sprachauffälligkeiten im Deutschen als eine bei Mehrsprachigkeit reguläre Phase im Lernprozess fehlinterpretiert werden. Eine solche Unterversorgung setzt die Kinder nach derselben Stelle dem Risiko einer langfristig anhaltenden Sprachentwicklungsstörung aus."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
      ],
      "text": "Für die Einschätzung um die U7 herum nennt die Leitlinie den Kurzfragebogen für Eltern, der speziell für diesen Zeitpunkt entwickelt wurde. Für Kinder mit anderen Herkunftssprachen stehen davon Versionen für 34 Sprachen zur Verfügung, die ergänzend zur deutschen Version eingesetzt werden können."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
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      "text": "Die S3-Leitlinie empfiehlt: „Sprachmischungen in mehrsprachigen Familien sind im Alltag der Regelfall.“ Eltern sollten beraten werden, jeweils in der Sprache mit ihrem Kind zu sprechen, in der sie sich wohlfühlen. Die Empfehlung ist ein klinischer Konsenspunkt mit 96 Prozent Zustimmung."
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        "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022"
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      "text": "Im Text dazu hält dieselbe Leitlinie fest, dass Empfehlungen von Fachkräften zur gezielten Verwendung verschiedener Sprachen in der Familie nicht nötig sind und möglicherweise nicht zu einer ausgewogenen Mehrsprachigkeit führen. Das früher oft empfohlene Prinzip „Eine Person – eine Sprache“ führt nach derselben Stelle nicht zwangsläufig dazu, dass Kinder ihre Sprachen ausgewogener verwenden. Fühlt sich nicht von selbst jeder Elternteil in einer anderen Sprache wohler, schreibt die Leitlinie: Den Eltern „sollte nicht der Ratschlag gegeben werden, an ihrem intuitiv adäquaten Input etwas zu ändern“."
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      "text": "Das Bundesinstitut rät dagegen zu klaren und möglichst konsequent eingehaltenen „Sprachregeln“ in der Familie: Die Sprachen sollen nicht willkürlich benutzt oder gewechselt werden, und das Kind soll eine bestimmte Sprache mit einer bestimmten Person oder bestimmten Situationen verbinden können."
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        "bzga-mehrsprachigkeit-unterstuetzen-2026"
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      "text": "Das Bundesinstitut rät Eltern, mit ihrem Kind vor allem in den ersten Jahren in der Sprache zu sprechen, die sie selbst sicher beherrschen und in der sie ihre Gedanken und Gefühle am besten ausdrücken können, und auch dann in der eigenen Sprache zu antworten, wenn das Kind in einer Phase nur Deutsch spricht."
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        "bzga-mehrsprachigkeit-unterstuetzen-2026"
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      "text": "Das Bundesinstitut schreibt, dass sich wie bei einsprachigen Kindern auch bei Mehrsprachigkeit manchmal hartnäckige Sprach- und Sprechprobleme zeigen, die ärztlich abgeklärt werden sollen. Es rät, mit der Kinderarztpraxis zu sprechen, wenn du dir Sorgen machst und den geringsten Zweifel hast, ob sich dein Kind in seiner Muttersprache oder in beiden Sprachen altersgerecht entwickelt."
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  "quellen": [
    {
      "id": "awmf-sprachentwicklung-therapie-2022",
      "name": "S3-Leitlinie Therapie von Sprachentwicklungsstörungen, AWMF-Registernummer 049-015, Stand 21.12.2022, gültig bis 21.12.2027",
      "herausgeber": "Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP) / AWMF",
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      "typ": "leitlinie",
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      "id": "awmf-sprachentwicklung-diagnostik-2011",
      "name": "S2k-Leitlinie Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen (SES) unter Berücksichtigung umschriebener Sprachentwicklungsstörungen (USES), AWMF-Registernummer 049-006, Erstellungsdatum 16.12.2011, abgelaufen",
      "herausgeber": "Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP) / AWMF",
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      "url": "https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/sprachentwicklung/mehrsprachigkeit/",
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      "id": "bzga-mehrsprachigkeit-unterstuetzen-2026",
      "name": "Wenn Ihr Kind mehrsprachig aufwächst",
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      "url": "https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/alltagstipps/entwicklungsschritte/mehrsprachigkeit-unterstuetzen/",
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      "jahr": 2026,
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  "nutzungsbedingungen": "https://eltern-wiki.de/api-doku",
  "hinweis": "Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117."
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