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  "slug": "verwoehne-ich-mein-baby-wenn-ich-es-viel-trage-und-sofort-auf-weinen-reagiere",
  "frage": "Verwöhne ich mein Baby, wenn ich es viel trage und sofort auf Weinen reagiere?",
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  "cluster": "schlaf",
  "alter": "0-12m",
  "phase": "baby",
  "sprache": "de",
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  "kurzantwort": "Nein, im ersten Lebensjahr lässt sich ein Baby durch Tragen und prompte Reaktion auf Weinen nicht verwöhnen, und Tragen schadet nicht. Ob prompte Reaktion langfristig zu weniger Weinen führt, ist nicht gesichert.",
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  "geprueft_am": "2026-09-10",
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  "naechste_pruefung": "2027-09-10",
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      "version": 2,
      "datum": "2026-09-10",
      "grund": "Redaktionell gelesen und freigegeben.",
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        "bzga-schreien-baby-2026"
      ],
      "text": "Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vormals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) hält fest, dass eine verlässliche und einfühlsame Reaktion auf das Weinen und Schreien in den ersten Lebensmonaten kein Verwöhnen ist. Säuglinge, die von Anfang an rasch beruhigt werden, schreien in der Regel in den kommenden Wochen weniger, während Babys mit der Zeit mehr schreien, wenn ihre Eltern sie häufiger schreien lassen. Sie belegt diesen zweiten Satz nicht mit einer Studie."
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      "quellen": [
        "hunziker-barr-tragen-1986"
      ],
      "text": "In der älteren und kleineren der beiden randomisierten Studien, einem Versuch mit 99 Mutter-Kind-Paaren, wurde eine Gruppe angeleitet, ihr Baby zusätzlich zum Füttern und Trösten über den Tag verteilt mehr zu tragen. Im Alter von sechs Wochen, dem Gipfel des Schreiens, weinten und quengelten die zusätzlich getragenen Kinder 43 Prozent weniger als die Kontrollgruppe (1,23 gegenüber 2,16 Stunden pro Tag) und in den Abendstunden zwischen 16 und 24 Uhr 51 Prozent weniger (0,63 gegenüber 1,28 Stunden)."
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        "hunziker-barr-tragen-1986"
      ],
      "text": "In derselben Studie waren das geringere Weinen und Quengeln mit mehr Zufriedenheit und häufigerem Füttern verbunden, aber nicht mit einer veränderten Fütterdauer und nicht mit verändertem Schlaf. Mehr Tragen verringerte das Schreien, es verlängerte den Schlaf nicht."
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        "st-james-roberts-tragen-1995"
      ],
      "text": "Die größere und neuere randomisierte Studie konnte diesen Befund nicht bestätigen. Sie verglich ab Geburt zusätzliches Tragen (59 Kinder), eine Anleitung zu erhöhter elterlicher Reaktionsbereitschaft (57 Kinder) und eine Kontrollgruppe (94 Kinder) und fand im Alter von 2, 6 und 12 Wochen keine Unterschiede in der Menge des Weinens und Quengelns, obwohl das zusätzliche Tragen nachweislich stattfand. Ihr Fazit lautet, dass sich derzeit weder zusätzliches Tragen noch erhöhte elterliche Reaktionsbereitschaft als vorbeugende Maßnahme gegen Säuglingsweinen empfehlen lässt."
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        "st-james-roberts-schreien-2006"
      ],
      "text": "Eine Vergleichsstudie mit Verhaltenstagebüchern in London, Kopenhagen und einer Gruppe von Eltern mit betont körpernaher Pflege fand, dass die körpernah pflegenden Eltern ihr Kind 15 bis 16 von 24 Stunden hielten und die Londoner Eltern halb so viel Körperkontakt hatten. Die Londoner Säuglinge weinten im Alter von zwei und fünf Wochen 50 Prozent mehr als die Kinder der beiden anderen Gruppen."
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      "evidenz": "schwach",
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        "st-james-roberts-schreien-2006"
      ],
      "text": "Dieselbe Studie fand zwei Einschränkungen: Untröstliche Schreianfälle kamen in allen drei Gruppen vor, und die Gruppen unterschieden sich weder darin noch im Ausmaß des Dreimonatskolik-Schreiens im Alter von fünf Wochen. Die körpernah gepflegten Kinder wachten mit zwölf Wochen am häufigsten nachts auf und weinten dann."
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        "st-james-roberts-schreien-2006"
      ],
      "text": "Die Kopenhagener Kinder derselben Studie weinten pro 24 Stunden genauso wenig wie die körpernah gepflegten Kinder, waren mit zwölf Wochen nachts aber so ruhig wie die Londoner Kinder. Wenig Weinen ist also auch ohne maximales Tragen erreichbar."
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        "van-ijzendoorn-schreien-replikation-2000"
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      "text": "In einer niederländischen Längsschnittstudie mit 50 Familien, die jeweils über mehr als 20 Stunden zu Hause beobachtet wurden, ließ sich der Befund der Baltimore-Studie von Bell und Ainsworth aus dem Jahr 1972 nicht bestätigen. Je häufiger Mütter in den ersten neun Wochen einen Schreianfall ihres Kindes unbeantwortet ließen, desto seltener weinte das Kind in den folgenden neun Wochen, auch nach Berücksichtigung des früheren Weinens."
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        "van-ijzendoorn-schreien-replikation-2000"
      ],
      "text": "In derselben Untersuchung unterschied das Weinen zu Hause nicht zwischen sicherer und unsicherer Bindung im Fremde-Situations-Test mit 15 Monaten. Die Mütter der Kinder mit vermeidendem Bindungsmuster reagierten sogar am schnellsten auf das Weinen ihres Kindes."
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        "bzga-schreien-baby-2026"
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      "text": "In den ersten beiden Monaten nimmt das Schreien in der Regel zu und erreicht um die sechste Lebenswoche seinen Höhepunkt; danach werden die Schreiphasen kürzer und verschwinden bis etwa zum dritten Monat weitgehend. Lediglich 5 Prozent der Babys, die viel schreien, haben Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt."
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        "bzga-schreien-baby-2026"
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      "text": "Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit warnt ausdrücklich davor, ein Baby zu schütteln: Schon ein kurzes Schütteln kann schwere gesundheitliche Schäden verursachen und sogar zum Tod des Babys führen. Für belastete Eltern nennt sie Schreiambulanzen, Familienhebammen und die Frühen Hilfen als Anlaufstellen."
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    {
      "id": "bzga-schreien-baby-2026",
      "name": "Das Schreien des Babys",
      "herausgeber": "Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) / kindergesundheit-info.de",
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      "name": "Increased carrying reduces infant crying: a randomized controlled trial",
      "herausgeber": "Pediatrics",
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      "url": "https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3517799/",
      "doi": "10.1542/peds.77.5.641",
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      "name": "Supplementary carrying compared with advice to increase responsive parenting as interventions to prevent persistent infant crying",
      "herausgeber": "Pediatrics",
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      "typ": "rct",
      "url": "https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7862477/",
      "doi": "10.1542/peds.95.3.381",
      "jahr": 1995,
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      "id": "st-james-roberts-schreien-2006",
      "name": "Infant crying and sleeping in London, Copenhagen and when parents adopt a \"proximal\" form of care",
      "herausgeber": "Pediatrics",
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      "typ": "kohorte",
      "url": "https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16740816/",
      "doi": "10.1542/peds.2005-2387",
      "jahr": 2006,
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      "id": "van-ijzendoorn-schreien-replikation-2000",
      "name": "Are infant crying and maternal responsiveness during the first year related to infant-mother attachment at 15 months?",
      "herausgeber": "Attachment & Human Development",
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      "url": "https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11708224/",
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  "nutzungsbedingungen": "https://eltern-wiki.de/api-doku",
  "hinweis": "Kein Ersatz für ärztliche Beratung. Im Notfall 112, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117."
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